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Falscher Mehltau – Pilzerkrankung bekämpfen und vorbeugen 

Der Falsche Mehltau ist eine weit verbreitete und gefürchtete Pilzerkrankung zahlreicher Zier- und Nutzpflanzen. Unbehandelt führt der Befall mit Peronospora-Pilzen zum Absterben der Pflanze. Zugleich stehen mehrere effektive biologische und chemische Fungizide zur Verfügung, um den Falschen Mehltau zu bekämpfen. Aber auch Vorbeugen des Falschen Mehltaus ist in vielen Fällen erfolgversprechend.

Falschen Mehltau bekämpfen – die wichtigsten Informationen in Kürze:

  • Falscher Mehltau wird von Peronospora-Scheinpilzen verursacht, die in das Blatt des Wirts eindringen und die organische Substanz verdauen. 
  • Das Schadbild beim Befall mit Falschem Mehltau manifestiert sich als Pilzrasen auf der Blattunterseite in Kombination mit braunen oder gelben Flecken auf der Blattoberseite. Die befallenen Pflanzenteile verkümmern und sterben ab. 
  • Zum Vorbeugen des Falschen Mehltaus eignen sich allgemein pflanzenstärkende Mittel, Vermeidung von Taubildung und Nässe sowie eine ausgewogene Düngung. 
  • Um den Falschen Mehltau zu bekämpfen, kann man sowohl auf Hausmittel wie Knoblauchsud, Milch- und Natronlösung als auch auf die synthetischen Pflanzenschutzmittel mit fungizider Wirkung zurückgreifen. 
Elena_Ignatyeva Rosen, Weinreben, Gurkenpflanzen, Kohl sind anfällig gegenüber dem Falschen Mehltau.

Was ist Falscher Mehltau für eine Pflanzenkrankheit? 

Wenn deine Rosen, Weinreben oder zum Beispiel Gurkenpflanzen unschöne Flecken auf der Blattoberfläche aufweisen und die Unterseite der Blätter mit einem weißlichen Schimmel bedeckt zu sein scheint, dann sind die Pflanzen mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Falschen Mehltau befallen. Diese Pilzerkrankung breitet sich vor allem bei feuchter Witterung rasant aus und verursacht große Schäden. 

Falscher Mehltau verursacht unschöne Flecken auf der Blattoberseite 
Irina Liebscher Falscher Mehltau verursacht unschöne Flecken auf der Blattoberseite.

Was ist die Ursache für den Falschen Mehltau? 

Die mikroskopisch kleinen Algen- bzw. Eipilze der Ordnung Peronosporales befallen die Blätter, Früchte, Triebe und weitere Teile ihrer Wirtspflanzen. Im Falle von Weinreben handelt es sich um die Art Plasmopara viticula, welche der gleichen Ordnung Peronosporales angehört. Die Pilze vermehren sich in den Zellen der Pflanze und verdauen die lebende organische Substanz. Auf diese Weise töten die parasitisch lebenden Pilze mit der Zeit ihren Wirt.  

Pilzrasen auf der Blattunterseite, verkümmerte Früchte und abgestorbene Blätter gehören zum Schadbild beim Falschen Mehltau  
Starover Sibiriak Pilzrasen auf der Blattunterseite, verkümmerte Früchte und abgestorbene Blätter gehören zum Schadbild beim Falschen Mehltau.

Was ist der Unterschied zwischen dem Echten und Falschen Mehltau? 

Neben dem Falschen Mehltau bedroht auch der Echte Mehltau zahlreiche Pflanzen, häufig auch die gleichen Pflanzenarten wie der Echte Mehltau. Sowohl der Echte als auch der Falsche Mehltau werden von den parasitischen Pilzen verursacht, jedoch von unterschiedlichen Arten.  

Bei dem Echten Mehltau sind Erysiphaceae oder Echte Mehltaupilze aus der Abteilung der Schlauchpilze die Krankheitserreger. Nicht nur die Ursache, sondern auch das Schadbild des Echten und Falschen Mehltaus unterscheiden sich, denn der Echte Mehltau ist vor allem an dem weißlich-mehligen Belag auf den befallenen Pflanzenteilen erkennbar.  

Mehliger Belag auf der Blattoberseite ist für den Echten Mehltau typisch und einer der Hauptunterschiede zum Falschen Mehltau 
Irina Borsuchenko Mehliger Belag auf der Blattoberseite ist für den Echten Mehltau typisch und einer der Hauptunterschiede zum Falschen Mehltau. 

Gut zu wissen: Die Bekämpfung von Echtem und Falschem Mehltau als Pilzerkrankungen gestaltet sich hingegen weitgehend gleich. 

Wie verläuft der Lebenszyklus der Peronospora-Pilze? 

Die Krankheitserreger Peronospora sind parasitische Ei- oder Algenpilze, als Scheinpilze enge Verwandte von Braun- und Kieselalgen. Die nur wenige Mikrometer großen Pilze überwintern im Falllaub oder in den bereits befallenen Pflanzenteilen als dickwandige Dauersporen, um bei Temperaturen ab ca. 8 – 10 °C Sporangien und darin bewegliche, begeißelte Zoosporen zu bilden. 

Die Sporen breiten sich mit Wind und Regen aus, um immer weitere Pflanzen zu befallen. Gelangen die Zoosporen auf ein Pflanzenblatt, dringen sie durch die Stomata bzw. Spaltöffnungen auf der Unterseite des Blattes in sein Inneres ein. Hier geht der Lebenszyklus mit der Verwandlung in adulte Schadpilze und mit deren rasanter Ausbreitung weiter. 

Mithilfe ihrer Saugorgane Haustorien verdauen die Pilze die lebendige Substanz der Blätter, Blüten und Früchte der Pflanzen, um an Nährstoffe und Wasser zu gelangen. 

Gut zu wissen: Der Falsche Mehltau benötigt für sein Überleben und die Fortpflanzung Feuchtigkeit, daher breitet sich diese Pilzkrankheit vor allem bei nasser Witterung aus. 

Wie sieht Falscher Mehltau aus? 

Dass es deiner Pflanze nicht gut geht, wirst du bereits an vermindertem Blattwuchs und seltsam gefärbtem Laub erkennen. Ein aufmerksamer Blick entdeckt einen schimmelartigen, weißlichen Pilzrasen auf der Unterseite der Blätter und die Blattoberfläche ist mit hässlichen Flecken bedeckt. 

Gut zu wissen: Das Schadbild des Falschen Mehltaus unterscheidet sich je nach Pflanzenart. Während Rosen bräunlich-rostfarbene Flecken aufweisen, haben die Verfärbungen auf den Gemüsepflanzen eine helle Färbung und die Weinreben bekommen ölig-durchscheinende Flecken.

Da der Pflanze Nährstoffe und Wasser fehlen, verlieren die Gewächse Laub und ihre Früchte vertrocknen. Das Risiko ist hoch, dass die befallene Pflanze als Ganzes abstirbt. 

Welche Pflanzen sind besonders gefährdet? 

Weinreben sind für den Falschen Mehltau anfällig 
Tunatura Weinreben sind für den Falschen Mehltau anfällig. 

Grundsätzlich kann der Falsche Mehltau jede Pflanze befallen, jedoch sind Gehölze eher weniger gefährdet. Die einzigen Ausnahmen bilden Rosen und Weinreben. Nicht nur Zier-, sondern auch Nutzpflanzen fallen dem parasitischen Pilz zum Opfer. Folgende Arten sind besonders anfällig gegen den Falschen-Mehltau-Pilz: 

Der Falsche Mehltau ist für die Pflanzen im Freiland und Gewächshaus gleichermaßen gefährlich. 

Falscher Mehltau – bekämpfen  

Der Falsche Mehltau wird durch Pilzbefall verursacht, daher benötigen es Fungizide, um die Plage zu bekämpfen. Dabei kann sowohl zwischen mehreren bewährten Hausmitteln ausgewählt werden als auch pilztötende Pflanzenschutzmittel aus dem Handel nutzen.  

Wichtig: Hast du Falschen Mehltau an deinen Nutz- oder Zierpflanzen entdeckt, entferne nach Möglichkeit alle befallenen Pflanzenteile. Entsorge die verseuchten Pflanzenteile weder im Kompost noch in der Biotonne, sondern ausschließlich im Restmüll, um die Wiederansteckung durch Sporen zu vermeiden. 

Hausmittel – Falschen Mehltau umweltfreundlich bekämpfen 

Ein beliebtes Hausmittel gegen den Falschen Mehltau ist der Knoblauchsud, der recht einfach zuzubereiten ist. Übergieße 4 – 5 klein geschnittene Knoblauchzehen mit einem Liter kochendes Wasser und lasse den Sud abkühlen. Das bei der Zerstörung der Knoblauchzellen entstehende Allicin wirkt unter anderem pilztötend. Sprühe mit diesem Hausmittel die Pflanzen ein. Behandle vor allem die Blattunterseiten, gerne mehrfach im Abstand von einigen Tagen. 

Um den Falschen Mehltau zu bekämpfen, sprühen Sie die Pflanzen mit Natronlösung oder mit Knoblauchsud ein 
Mariana Serdynska Um den Falschen Mehltau zu bekämpfen, sprühe die Pflanzen mit Natronlösung oder mit Knoblauchsud ein. 

Backpulver oder – noch besser – Natron ist ein weiterer Klassiker, der dir beim Bekämpfen von Falschem Mehltau hilft. Verrühre zwei Teelöffel Natron in einem Liter Wasser und besprühe mit dieser Lösung die befallenen Pflanzen. Denke daran, Zimmertemperatur warmes Wasser zu nehmen. Natron bildet auf den Blättern einen feinen alkalischen Film, der Pilze abtötet. Auch in diesem Fall sind wahrscheinlich mehrere Behandlungen notwendig.  

Eine Behandlung mit Milch kann ebenfalls helfen, den Falschen Mehltau zu bekämpfen. Nehme einen Teil Milch und neun Teile Wasser, um die Sprühlösung zuzubereiten. Allerdings scheint dieses Mittel nicht immer optimal zu funktionieren, einen Versuch ist es jedenfalls trotzdem wert.  

Gut zu wissen: Marienkäfer und ihre Larven sind deine Verbündeten im Kampf gegen den Mehltau, denn die Nützlinge haben die Schadpilze zum Fressen gern. Allerdings sind Marienkäfer im Kampf gegen den Echten Mehltau effektiver als beim Bekämpfen von Falschem Mehltau. 

Fungizide aus dem Handel – hocheffiziente Pflanzenschutzmittel 

Da die Krankheitserreger zum Teil im Boden überdauern und die Sporen auch mit dem Wind übertragen werden, ist der Falsche Mehltau eine hartnäckige Pflanzenerkrankung. Wir raten dazu, den Falschen Mehltau zunächst mit Hausmitteln zu bekämpfen. Wenn allerdings der gewünschte Effekt ausbleibt, helfen meist die Fungizide aus dem Handel. 

Es handelt sich dabei um Breitbandmittel, welche neben dem Falschen Mehltau zahlreiche weitere Schadpilze wie den Echten Mehltau, Sternrußtau und Blattfleckenkrankheit erfolgreich bekämpfen. Die synthetischen Fungizide sind effektiv gegen die Sporen und dringen zudem in das Gewebe der Pflanzen ein, um dort die Pilze zu eliminieren. 

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Hinweis: Für den ökologischen Anbau sind solche Pflanzenschutzmittel in der Regel nicht geeignet. Für Bienen und zahlreiche sonstige Nützlinge sind Fungizide andererseits ungefährlich.  

Wie kann man den Falschen Mehltau vorbeugen? 

Eine Reihe von Maßnahmen hilft, das Risiko eines Befalls mit Falschem Mehltau erheblich zu reduzieren. Vor allem empfehlen wir, im Gewächshaus und im Beet für gute Belüftung zu sorgen und unnötige Feuchtigkeit zu vermeiden. Die Peronospora-Pilze sind nämlich auf ein feuchtes Milieu zwingend angewiesen. Diese Punkte solltest du beachten:

  • Halte empfohlene Abstände beim Pflanzen ein 
  • Gieße die Pflanzen nach Möglichkeit von unten 
  • Vermeide Taubildung im Gewächshaus 
  • Vermeide einseitige stickstoffbetonte Düngung, da Überschuss an Stickstoff Vermehrung von Peronospora-Pilzen begünstigt

Tipp: Entscheide dich beim Pflanzen- oder Saatgutkauf für krankheitsresistente Sorten. 

Ein sonniger Platz ist der richtige Standort für ein Gewächshaus klein.
Sorge für trockene Verhältnisse in Ihrem Gewächshaus, um dem Falschen Mehltau vorzubeugen.

Kann man befallene Früchte essen? 

Wir raten vom Verzehr der befallenen Früchte dringend ab, denn darin befinden sich Abbauprodukte der Schadpilze. Zwar gelten die Falsche-Mehltau-Pilze nicht als giftig, jedoch kann der Verzehr Unverträglichkeiten und Allergien verursachen. 

Fazit – Falscher Mehltau – gefürchtet, aber behandelbar 

Der Falsche Mehltau ist eine ansteckende Pilzkrankheit, die Rosen, Weinreben, Gurken und einige weitere Pflanzen befällt. Zum Schadbild gehören Flecken auf der Blattoberseite und Pilzrasen auf der Blattunterseite sowie vertrocknete Früchte. Um den Falschen Mehltau zu bekämpfen, stehen sowohl bewährte Hausmittel wie Natron oder Knoblauchsud als auch synthetische Fungizide zur Verfügung. Insgesamt lässt sich der Falsche Mehltau durch eine Kombination aus Prophylaxe und Pflanzenschutzmitteln erfolgreich bekämpfen. Wir wünschen viel Erfolg!

FAQ

Was spritzt man gegen den Falschen Mehltau?

Um den Falschen Mehltau zu bekämpfen, kann auf Hausmittel wie Backpulver, Knoblauchbrühe und Milch oder auf synthetische Fungizide aus dem Handel zurückgegriffen werden. 

Wie kann man den Falschen Mehltau bekämpfen?

Den Falschen Mehltau kann man mit einfachen Hausmitteln oder auch mit synthetischen Fungiziden bekämpfen 

Wie erkennt man Falschen Mehltau?

Der Falsche Mehltau ist an gelben, rostigen oder öligen Flecken auf der Blattoberseite und einem schimmelartigen Pilzrasen auf der Blattunterseite zu erkennen. 

Welches Hausmittel hilft bei Falschem Mehltau?

Als bewährte Hausmittel beim Bekämpfen des Falschen Mehltaus gelten Knoblauchbrühe, eine Backpulver- oder Natronlösung oder auch Fressfeinde wie Marienkäfer. 

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<h3>Haus & Garten Profi Redaktion</h3>

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