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Während sich die Blumenbeete langsam leeren, beginnt für viele Gehölze die Pflanzzeit. Wer jetzt eine Hecke anlegt, gibt den Wurzeln unter günstigen Bedingungen einen Vorsprung vor dem nächsten Frühjahr. Der Boden speichert noch Wärme, die Verdunstung wird durch kühlere Luft gebremst. Gerade laubabwerfende Arten lassen sich damit nach dem Blattfall gut pflanzen.
Für einen naturnahen Garten zählt allerdings nicht nur ein dicht gewachsener Sichtschutz. Die Hecke soll Vögeln geschützte Plätze bieten und Insekten ernähren. Dafür eignen sich vor allem heimische Gehölze, deren Blätter oder Früchte von zahlreichen Tieren genutzt werden können.
Standort, Boden und Platzbedarf
Wie gut die Hecke wächst, hängt sowohl von ihrem Standort als auch von der späteren Pflege ab.
Welche Heckenpflanzen zu deinem Garten passen, solltest du schon vor deinem Einkauf wissen. Prüfe, wie viel Sonne den vorgesehenen Streifen erreicht und ob die Erde eher trocken oder feucht ist. Nach Regen erkennst du außerdem, wo sich Wasser staut.
Ebenso wichtig ist die verfügbare Breite: Ein Strauch, der regelmäßig über den Weg ragt, muss später zwangsläufig stärker beschnitten werden. Plane deshalb mit der ausgewachsenen Pflanze und berücksichtige auch den Platz, den du für die Pflege brauchst.
Der richtige Zeitpunkt im Herbst
Laubabwerfende Gehölze verlieren im Herbst ihre Blätter. Anschließend verbrauchen sie weniger Wasser. Solange die Erde ausreichend warm bleibt, wachsen ihre Wurzeln weiter. Die Wasserversorgung wird durch Niederschläge erleichtert, sie ersetzen nach dem Einsetzen nicht das gründliche Angießen. In einem trockenen Herbst brauchen junge Pflanzen zusätzliche Aufmerksamkeit.
Ein starres Pflanzdatum hilft wenig. Maßgeblich für den passenden Zeitpunkt sind die aktuelle Witterung und die angebotene Pflanzware. Wurzelnackte Gehölze werden während ihrer Ruhephase gesetzt, meist ab dem herbstlichen Laubfall. Containerpflanzen bieten dagegen zeitlich mehr Spielraum.
Bei gefrorenem oder durchnässtem Boden verschiebst du die Arbeit besser. Besonders auf schweren Böden schadet es der Struktur, die nasse Erde beim Graben und Betreten zusätzlich zu verdichten.
Schnitthecke oder frei wachsende Hecke?
Auf einem schmalen Grundstück stellt eine Schnitthecke meist die praktikable Lösung dar. Schnittverträgliche heimische Arten wie Hainbuche oder Feldahorn lassen sich gut in Form halten. Ihr dichtes Zweiggerüst bietet Vögeln zudem ausreichend Deckung.
Diejenigen, die hingegen möglichst viele Blüten und Früchte sehen möchten, müssen den Gehölzen dafür auch den nötigen Wachstumsspielraum lassen. Eine frei wachsende Mischhecke braucht deutlich mehr Breite. Je nach Art sind mehrere Meter erforderlich, damit sich die Sträucher ungestört entwickeln können. Im Verlauf des Jahres werden sich dann unterschiedliche Höhen und ein wechselndes Bild zeigen.
Wichtig: Frei wachsend bedeutet trotzdem nicht pflegefrei. Mit zunehmendem Alter müssen einzelne Sträucher ausgelichtet werden. Triff also vor dem Kauf eine bewusste Entscheidung darüber, welche Heckenform dauerhaft zu deinem Garten passt.
Sechs Gehölze im Porträt
Hainbuche (Carpinus betulus)
Die Hainbuche heißt botanisch Carpinus betulus. Sie verträgt Rückschnitte gut und bildet eine dichte Verzweigung. Ein Teil ihres braunen Laubes bleibt häufig bis ins Frühjahr hängen. Auch während des Winters gewährt sie somit kaum Einblicke. Die Pflanze ist allerdings nicht immergrün.
Für eine klar geführte Hecke stellt sie eine bewährte Wahl dar. Wer sie auf begrenztem Raum halten möchte, sollte von Anfang an einen regelmäßigen Schnitt einplanen. Ohne diese Pflege entwickelt sich aus der Hainbuche sonst schnell ein großer Baum.
Feldahorn (Acer campestre)
Der Feldahorn, Acer campestre, kommt mit Wärme und zeitweiliger Trockenheit vergleichsweise gut zurecht. Er eignet sich deshalb auch für Bereiche im Garten, die sich im Sommer stärker aufheizen. Seine Schnittverträglichkeit macht ihn außerdem für geformte Hecken interessant. Im Herbst fällt er durch seine gelben Blätter auf.
Seine Robustheit gilt jedoch vor allem für eingewachsene Exemplare. Frisch gesetzte Pflanzen benötigen bei Trockenheit weiterhin ausreichend Wasser. Achte beim Kauf auf ein gut verzweigtes Exemplar, wenn du dir eine dichte Gartengrenze wünschst. Ein schwach verzweigter Jungbaum erfüllt diese Aufgabe zunächst eher weniger gut.
Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)
Der Gewöhnliche Liguster heißt Ligustrum vulgare und gehört zu den heimischen Arten. Er wächst in Sonne bis Halbschatten auf durchlässigem Boden. Seine weißen Sommerblüten werden gerne von Insekten besucht. Später folgen schwarze Früchte, die den Vögeln Nahrung bieten.
Beides setzt allerdings voraus, dass die entsprechenden Triebe erhalten bleiben. Bei einem häufigen Formschnitt fällt das Nahrungsangebot entsprechend geringer aus. Auch der Sichtschutz im Winter zeigt sich begrenzt: Liguster behält je nach Sorte und Witterung einen Teil seiner Blätter, ist aber nicht zuverlässig immergrün. Seine Beeren sind für Menschen im Übrigen giftig.
Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna)
Der Eingrifflige Weißdorn, Crataegus monogyna, verbindet eine dichte Verzweigung mit kräftigen Dornen. Vögel finden in ihm einen geschützten Platz. Im späten Frühjahr erscheinen weiße Blüten, im Herbst rote Früchte. Der Strauch eignet sich für eine gemischte Wildstrauchhecke ebenso gut wie für eine geschnittene Einfassung.
An schmalen Durchgängen oder direkt neben häufig benutzten Sitzplätzen sind die Dornen allerdings unpraktisch. Gib ihm dort lieber etwas Abstand. Er wächst in Sonne und Halbschatten auf unterschiedlichen Gartenböden. Dauerhafte Staunässe verträgt er jedoch nicht. Für eine Hecke mit vielen Früchten ist zudem ein lockerer Aufbau empfehlenswert.
Kornelkirsche (Cornus mas)
Die Kornelkirsche, Cornus mas, öffnet ihre gelben Blüten bereits im ausgehenden Winter oder zeitigen Frühjahr. Damit bietet sie früh fliegenden Insekten Nahrung. Später entwickeln sich rote Früchte. In einer Mischhecke eignet sie sich somit, um andere jahreszeitliche Akzente als nur sommerblühende Arten zu setzen.
Sie wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten auf durchlässigem Boden. Plane ihre spätere Breite mit Bedacht ein, denn frei wachsend wird aus ihr ein stattlicher Strauch. Auch als Schnitthecke lässt sie sich gut verwenden. Für eine üppige Blüte ist es günstiger, ihr mehr Raum zu geben und nur zurückhaltend zu schneiden.
Hundsrose (Rosa canina)
Die Hundsrose, Rosa canina, ergänzt eine naturnahe Hecke mit einfachen Blüten und später mit Hagebutten. Ihre langen, überhängenden Triebe passen besonders gut an den Rand einer frei wachsenden Pflanzung. Zwischen eng gesetzten, streng geformten Sträuchern lässt sich ihr Wuchs dagegen schwerer unterbringen.
Berücksichtige beim Planen die bestachelten Zweige. Neben einem Weg muss genügend Platz bleiben, damit niemand an ihnen hängen bleibt. Die verblühten Blüten lässt du stehen, wenn Hagebutten für Vögel entstehen sollen. Wird das Verblühte wie bei vielen Gartenrosen abgeschnitten, entfernst du damit auch die Ansätze für die späteren Früchte.
Arten und Abstände planen
Verschiedene Arten können das Nahrungsangebot für Vögel und Insekten verlängern sowie Abwechslung in die Hecke bringen. Kombiniere jedoch nur Gehölze miteinander, deren Standortansprüche zusammenpassen. Eine Pflanze für feuchtere Erde fühlt sich auf einem trockenen Streifen auch zwischen robusten Nachbarn nicht wohler.
Berücksichtige außerdem die Wuchskraft. Stark wachsende Sträucher bedrängen auf engem Raum langsamere Arten. Wiederhole also lieber passende Gehölze entlang der Hecke, statt möglichst viele unterschiedliche Pflanzen zu dicht zusammenzustellen.
Die genaue Anzahl und die Abstände richten sich nach der geplanten Form der Hecke und dem Platzbedarf der gewählten Gehölze. Pauschale Angaben pro laufendem Meter sind vor allem bei frei wachsenden Mischhecken kaum möglich.
Herkunft und Qualität der Pflanzen
Heimisch bedeutet im Übrigen nicht automatisch, dass ein Gehölz aus deiner Region stammt.
Wenn du regionale Wildpflanzen fördern möchtest, frage in der Baumschule nach gebietsheimischer Herkunft. Der botanische Name hilft dir dabei, die gewünschte Art von ähnlich benannten Angeboten zu unterscheiden. Gerade bei Liguster lohnt sich diese Nachfrage, denn unter dem deutschen Sammelnamen werden unterschiedliche Arten verkauft.
Für eine naturnahe Pflanzung stellen die unveränderten Wildformen eine gute Ausgangsbasis dar. Auffällige Züchtungen erfüllen nicht zwangsläufig dieselben ökologischen Aufgaben. Entscheidend sind offene, für Insekten erreichbare Blüten und Früchte, die sich tatsächlich entwickeln.
Prüfe außerdem die Qualität der angebotenen Pflanzen. Ihre Wurzeln müssen gesund und vor Austrocknung geschützt sein. Bei Containerware achtest du auf einen gut durchwurzelten Ballen. Auch die Triebe sollten unverletzt wirken. Abgestorbene Zweige und beschädigte Rinde sprechen gegen den Kauf.
Boden und Gehölze vorbereiten
Entferne vor dem Pflanzen Gras und ausdauernde Unkräuter im vorgesehenen Streifen. Lockere verdichtete Erde auf, damit sich Wurzeln über das Pflanzloch hinaus ausbreiten können.
Auf einem dauerhaft vernässten Standort reicht es nicht aus, lediglich etwas lockere Erde in ein einzelnes Loch zu füllen. Hier muss zuerst geklärt werden, welche Gehölze diese Bedingungen überhaupt vertragen.
Gehölze richtig pflanzen
Wurzelnackte Ware ist häufig günstiger als Containerware. Sie trocknet aber schneller aus. Halte die Wurzeln bis zum Einsetzen feucht und pflanze die Hecke möglichst zeitnah. Vorher müssen die Pflanzen noch gewässert werden. Entferne bei Containerware den Topf und lockere stark kreisende Wurzeln behutsam auf.
Setze die Gehölze dann ungefähr so tief, wie sie zuvor gewachsen sind. Die Wurzeln brauchen ausreichend Platz und dürfen nicht nach oben umgebogen werden. Fülle die Erde sorgfältig zwischen die Wurzeln und drücke sie leicht an.
Anschließend gießt du gründlich, damit sich die Erde anlegt. Ein flacher Gießrand hält das Wasser im Wurzelbereich.
Wasser und Pflege nach der Pflanzung
Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit noch einmal nach den ersten Regenfällen. Die Oberfläche wirkt manchmal feucht, obwohl der Wurzelbereich bereits trocknet. Bei Bedarf gießt du an frostfreien Tagen durchdringend. Eine lockere Mulchschicht verringert zudem die Verdunstung und hält gleichzeitig konkurrierenden Bewuchs zurück. Direkt um die Stämmchen bleibt etwas Abstand.
Im folgenden Frühjahr steigt mit dem Austrieb der Wasserbedarf der Hecke. Beobachte junge Gehölze deshalb besonders während trockener Wochen. Eine zusätzliche Düngung ist bei der Pflanzung normalerweise nicht nötig. Wesentlich entscheidender sind zunächst geeignete Bodenbedingungen und eine verlässliche Wasserversorgung.
Den Lebensraum Hecke erhalten
Der ökologische Wert einer Hecke hängt auch davon ab, was später von ihr stehen bleiben darf. Schneide fruchttragende Bereiche möglichst nur abschnittsweise, damit die Vögel weiterhin Nahrung finden können. Vor jedem Schnitt kontrollierst du außerdem das Geäst auf besetzte Nester und störst brütende Tiere nicht.
Laub unter einer eingewachsenen Hecke darf liegen bleiben. Es bietet kleinen Tieren Unterschlupf und wird nach und nach zu Humus. Wo ausreichend Licht auf den Boden fällt, kann auch ein Saum aus passenden heimischen Wildstauden die Pflanzung ergänzen. Damit reicht der Lebensraum der Tiere bis an den Heckenfuß.





