– enthält gesponserte Inhalte –
Im Herbst zeigt sich, wie wetterfest ein Pavillon wirklich ist. Die ersten Herbststürme ziehen an den Seitenwänden, nachts sammelt sich Kondenswasser unter dem Dach, und irgendwann liegt der erste nasse Schnee auf der Plane. Wer jetzt ein paar Dinge richtig macht, hat im Frühjahr einen sauberen, stabilen Pavillon und spart sich den Neukauf.
Hier erfährst du, welche Pavillons über den Winter draußen bleiben dürfen, welche du besser einlagerst und wie beides Schritt für Schritt funktioniert.
Das Wichtigste in Kürze:
Faltpavillons mit Polyesterdach gehören spätestens vor dem ersten Schnee trocken in den Keller oder die Garage. Bei einem Gartenpavillon mit Stoffdach kann das Gestell stehen bleiben, das Dach nimmst du ab. Modelle mit festem Dach aus Polycarbonat und verankertem Aluminiumgestell sind für den ganzjährigen Einsatz gebaut und bleiben stehen, die zulässige Schneelast gibt der Hersteller an. In allen Fällen gilt: nie nass einpacken, nie aufs Dach steigen, nach jedem Sturm kurz kontrollieren.
Welcher Pavillon darf über den Winter draußen bleiben?
Bevor du zur Leiter greifst, lohnt ein Blick auf die Bauart. Drei Typen sind in deutschen Gärten verbreitet, und sie verhalten sich im Winter völlig unterschiedlich.
| Pavillontyp | Über den Winter draußen? | Was jetzt zu tun ist |
| Faltpavillon (Scherengestell, Polyesterdach) | Nein | komplett abbauen, reinigen, trocken einlagern |
| Gartenpavillon mit Stoffdach (Stahl- oder Alugestell) | Nur das Gestell | Dach und Seitenteile abnehmen, Gestell prüfen und verankern |
| Gartenpavillon mit festem Dach (Aluminiumgestell, Polycarbonatplatten) | Ja, wenn der Hersteller das Modell für den ganzjährigen Einsatz freigibt | Verankerung kontrollieren, Dach reinigen, Schnee im Blick behalten |
Der Faltpavillon ist für den schnellen Aufbau gemacht, nicht für Dauerbelastung. Sein Dach ist eine Plane, die bei Schnee durchhängt und bei Böen wie ein Segel zieht. Das Scherengestell aus Aluminium oder Stahl hält viel aus, aber Gelenke und Federstifte sind nicht für monatelangen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter gedacht.
Beim klassischen Gartenpavillon mit Stoffdach sieht es ähnlich aus. Das Gestell übersteht den Winter meist problemlos, sofern es aus Aluminium oder pulverbeschichtetem Stahl ist und fest verankert steht. Das Stoffdach dagegen trägt keinen Schnee, Nässe setzt sich in den Nähten fest und friert dort ein. Deshalb nimmst du es ab und lagerst es wie ein Faltpavillondach.
Ein winterfester Gartenpavillon ist für genau diese Monate gebaut. Das Gestell aus eloxiertem Aluminium rostet nicht, das feste Dach aus Polycarbonatplatten lässt Regen und Schmelzwasser ablaufen und trägt Schnee, solange du die vom Hersteller angegebene Schneelast im Blick behältst. Solche Modelle stehen das ganze Jahr. Einmal richtig verankert, brauchen sie danach nur noch etwas Pflege.
Schnee, Wind und Nässe: die drei Gegner deines Pavillons
Schnee ist schwerer, als die meisten denken. Als grobe Richtwerte gelten: Frisch gefallener Pulverschnee wiegt oft nur 50 bis 100 Kilogramm pro Kubikmeter, nasser Schnee im Tauwetter dagegen 300 bis 400 Kilogramm. Auf einem Dach von 3 x 3 Metern liegen bei zehn Zentimetern Nassschnee also schnell 270 bis 360 Kilogramm. Eine Plane hält das nicht, und auch ein festes Dach braucht dafür ein Gestell, das die Last in den Boden ableitet.
Wind greift vor allem an den Seitenwänden an. Ab etwa Windstärke 6, also 39 bis 49 km/h, wirkt eine geschlossene Seitenwand von drei Metern Breite wie ein Segel und hebelt an den Standfüßen. Deshalb kommen textile Seitenteile im Herbst ab, auch bei einem festen Pavillon.
Nässe richtet ihre Schäden schleichend an. Unter einem dichten Dach bildet sich in kalten Nächten Kondenswasser, das nach innen abtropft. In Rinnen und Ecken sammelt sich Schmutz, darunter bleibt es feucht, und an Kratzern in der Beschichtung kann Stahl schnell rosten. Aluminium rostet nicht wie Stahl, dafür können Schrauben und Verbinder aus anderem Metall anlaufen, wenn sie dauerhaft nass stehen.
Faltpavillon einlagern: in 6 Schritten
- Trocken abbauen. Wähle einen trockenen Tag und lass das Dach vorher komplett abtrocknen. Wer eine feuchte Plane zusammenlegt, hat nach wenigen Tagen Stockflecken, die sich später kaum noch entfernen lassen.
- Dach reinigen. Lauwarmes Wasser, etwas milde Seife und ein weicher Schwamm reichen meist. Vogelkot und Harz weichst du vorher ein. Hochdruckreiniger und Lösungsmittel können Beschichtung, Imprägnierung und Nähte beschädigen. Danach das Dach über einer Wäscheleine oder auf dem aufgestellten Gestell vollständig trocknen lassen.
- Gestell kontrollieren. Klapp das Scherengestell einmal ganz auf und wieder zu. Dabei fallen lockere Schrauben, verbogene Streben und ausgeleierte Federstifte auf. Kleine Kratzer an einem Stahlgestell tupfst du mit einem Lackstift ab, damit sie über den Winter nicht rosten.
- Gelenke pflegen. Ein Hauch Silikonspray auf Gelenken und Schiebern reicht. Öl oder Fett ziehen Staub an.
- Richtig zusammenlegen. Das Dach locker falten, nicht immer an denselben Stellen knicken und in einer atmungsaktiven Tasche aufbewahren. Luftdichte Plastiksäcke halten Restfeuchte fest. Seitenwände separat verstauen, damit die Fenster aus Klarsichtfolie nicht auf Nähten liegen und Knicke bekommen.
- Lagerort wählen. Trocken, möglichst frostfrei und nicht direkt auf dem Betonboden. Ein Regal in der Garage oder ein Platz im Keller passt. Schau im Winter einmal nach, ob Mäuse an der Tasche waren, denn Polyester ist als Nestmaterial beliebt.
Fester Pavillon: So bleibt er sicher stehen
Auch Auch ein winterfestes Modell braucht im Herbst eine halbe Stunde Aufmerksamkeit. Diese Punkte gehst du am besten der Reihe nach durch.
- Verankerung. Auf Rasen halten Erdanker oder Erdschrauben, bei dauerhaft stehenden Modellen sieht die Anleitung oft Punktfundamente vor. Auf Terrassenplatten kommen Schwerlastdübel durch die Bodenplatten der Pfosten. Lose Gewichte reichen für den Sommer, nicht für einen Wintersturm. Zieh alle Schrauben einmal nach.
- Dach. Polycarbonatplatten mit weichem Tuch und viel Wasser abwischen, keine Scheuermittel und keine scharfen Reiniger. Prüfe an den Halteleisten, ob eine Platte Spiel hat.
- Abläufe. Rinnen und Fallrohre von Laub befreien. Steht Wasser auf dem Dach, friert es ein und drückt die Platten aus den Führungen.
- Seitenteile. Abnehmen, waschen, trocken einlagern. Sie halten Wind und Feuchtigkeit am Gestell fest.
- Schnee. Schnee, vor allem nassen, regelmäßig vom Boden aus mit einem weichen Besen oder einem Schneeschieber mit Gummilippe abziehen, am besten schon bei wenigen Zentimetern. Nie auf das Dach steigen, es ist nicht begehbar.
- Möbel. Ein Dach schützt von oben, nicht von der Seite. Polster und Textilien kommen rein, Tische und Stühle aus Metall oder Kunststoff dürfen bleiben.
Nach jedem Sturm reicht ein kurzer Rundgang. Steht der Pavillon gerade, sitzen alle Platten, hat sich ein Anker gelockert? Fünf Minuten im November ersparen im Frühjahr oft ein neues Dach. Bricht trotzdem einmal eine Platte, musst du nicht gleich einen neuen Pavillon kaufen. Bei Modellen wie dem Zeltpro Deluxe ist jedes Teil verschraubt und lässt sich einzeln ersetzen, Ersatzteile gibt es laut Anbieter zehn Jahre lang.
Häufige Fehler beim Überwintern
- Das Dach bleibt drauf, weil es „noch hält“. Der erste nasse Schnee entscheidet das anders.
- Die Plane wird feucht eingepackt. Stockflecken und Schimmel lassen sich im Frühjahr kaum noch entfernen.
- Seitenwände bleiben als Windschutz dran. Genau sie geben dem Sturm die Angriffsfläche.
- Der Hochdruckreiniger soll es schnell erledigen. Er löst die Beschichtung und macht das Dach undicht.
Fazit
Ob dein Pavillon draußen überwintert oder eingelagert wird, hängt von der Bauart ab. Faltpavillons und Stoffdächer kommen trocken und sauber in den Keller, ein Gestell aus Aluminium darf stehen bleiben, und ein fester Pavillon mit Polycarbonatdach steht den ganzen Winter, wenn er dafür freigegeben und verankert ist und du den Schnee im Blick behältst. Wer den festen Pavillon jetzt pflegt, stellt im April einfach die Möbel wieder raus, und der eingelagerte Faltpavillon ist an einem trockenen Frühlingstag schnell wieder aufgebaut.





