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Neue Gefahr im Garten: Wie der Klimawandel invasive Schädlinge nach Deutschland bringt

Veröffentlicht am 25 Feb., 2026

In deutschen Gärten lauert eine neue Gefahr, die viele Gartenbesitzer noch unterschätzen: Eingeschleppte Schädlinge, die aufgrund des Klimawandels und der immer milderen Winter nun auch hierzulande ideale Bedingungen vorfinden. Diese sogenannten invasiven Arten stammen oft aus fernen Teilen der Welt und breiten sich rasant aus, da sie in unserem Ökosystem keine natürlichen Feinde haben. Sie bedrohen nicht nur die heimische Flora und Fauna, sondern können auch die Landwirtschaft und den privaten Gartenbau massiv schädigen.

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Die gefährlichsten Eindringlinge im Überblick

Ein besonders problematischer Gast ist der Japankäfer (Popillia japonica). Ursprünglich in Japan beheimatet, hat er über die Schweiz den Weg nach Deutschland gefunden. Er ist an seinem metallisch grünen Körper und den markanten weißen Haarbüscheln an den Flügeln erkennbar. Dieser Käfer ist extrem gefräßig und hinterlässt an über 300 Pflanzenarten – darunter Rosen, Obstbäume und Reben – skelettierte Blätter, bei denen nur noch die Adern übrig bleiben.

Shutterstock Gefräßige Japankäfer besiedeln eine Blüte und hinterlassen deutliche Spuren ihrer Zerstörung.

Ebenfalls auf dem Vormarsch ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Sie stellt eine massive Bedrohung für die Imkerei dar, da sie gezielt Jagd auf Honigbienen macht. Ihre Nester befinden sich meist in hohen Baumwipfeln. Da sie sehr aggressiv reagiert, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt, sollte die Entfernung unbedingt Fachleuten überlassen werden.

Shutterstock Als invasiver Schädling stellt die Asiatische Hornisse eine ernsthafte Bedrohung für unsere heimischen Honigbienen dar.

Weitere Schädlinge, die durch milde Winter begünstigt werden, sind:

  • Marmorierte Baumwanze: Sie saugt an Früchten wie Äpfeln und Tomaten, macht diese unbrauchbar und fällt durch einen unangenehmen Abwehrgeruch auf.
  • Die Kirschessigfliege: Sie legt ihre Eier in reifendes Obst, welches von innen verfault, während es äußerlich oft noch intakt erscheint.
  • Die Superameise (Mittelmeerameise): Diese bildet riesige Kolonien, unterhöhlt Wege und verdrängt aggressiv einheimische Insektenarten.

Prävention und Sofortmaßnahmen

Um den eigenen Garten zu schützen, ist Aufmerksamkeit das wichtigste Werkzeug. Regelmäßige Kontrollen von Blättern, Stängeln und Früchten helfen dabei, einen Befall frühzeitig zu erkennen. Beim Kauf neuer Pflanzen sollte man zudem darauf achten, dass diese aus sicheren Quellen stammen, um keine „blinden Passagiere“ einzuschleppen.

Sollten Sie Schädlinge entdecken, ist schnelles Handeln gefragt:

  1. Befallene Teile entsorgen: Entfernen Sie betroffene Blätter oder Früchte sofort. Wichtig ist, diese nicht auf den Kompost zu werfen, da sich die Schädlinge dort weiter vermehren könnten.
  2. Mechanischer Schutz: Insektennetze können Pflanzen vor der Eiablage schützen, während Pheromonfallen oder Gelbtafeln helfen, die Populationen zu überwachen und einzudämmen.
  3. Meldepflicht beachten: Der Japankäfer und die Asiatische Hornisse sind in der EU bzw. Deutschland meldepflichtig. Informieren Sie beim Fund umgehend das zuständige Pflanzenschutzamt oder Organisationen wie den NABU und nehmen Sie keine Eigenbehandlung vor.

Langfristig hilft vor allem ein naturnaher Garten mit hoher Biodiversität. Nützlinge wie Vögel, Igel und Marienkäfer sind die besten Verbündeten, um das ökologische Gleichgewicht zu bewahren und Schädlinge auf natürliche Weise in Schach zu halten.

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Bereits als Kind hat Tobias Hertzog den Garten und die Natur geliebt. Mit seinem Fachwissen über Pflanzen und seinen kreativen Ideen zur Gartengestaltung bereichert er das Team immer wieder. Außerdem, begeistert er sich, genau wie Ferdinand Zankl, für alles rund um Chili und ist regelmäßig bei allerlei Tastings auf dessen YouTube-Kanal zu sehen.

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