Insektenhotels erfreuen sich bei Hobbygärtnern seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Mittlerweile kannst du sie nicht nur im Baumarkt, sondern auch günstig im Einzelhandel kaufen. Doch wie attraktiv sind diese Nisthilfen für Insekten wirklich? In diesem Artikel erfährst du, worauf du beim Kauf oder Selbstbauen achten solltest, damit sich auch tatsächlich ein Gast im Insektenhotel einmietet.
Insektenhotels erfreuen sich bei Hobbygärtnern seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Mittlerweile kannst du sie nicht nur im Baumarkt, sondern auch günstig im Einzelhandel kaufen. Doch wie attraktiv sind diese Nisthilfen für Insekten wirklich? In diesem Artikel erfährst du, worauf du beim Kauf oder Selbstbauen achten solltest, damit sich auch tatsächlich ein Gast im Insektenhotel einmietet.
Vogelhäuschen sind schon lange ein beliebtes Hilfsmittel, um Vögeln beim Nisten zu helfen. Aber auch Insektenhotels sieht man immer häufiger in deutschen Gärten. Mit ihren verschiedenen Röhren und Fächern aus Holz sollen sie vielen unterschiedlichen Insektenarten Unterschlupf bieten und als Nisthilfe dienen. Wenn es bei deinem Bienenhotel aber eher still bleibt, kann das verschiedene Gründe haben.

Wozu braucht es Insektenhotels?
Die Idee hinter Bienenhotels ist, Insekten wie Wildbienen beim Nisten und Überwintern zu unterstützen. Hummeln, Bienen und andere Insekten finden heute immer seltener geeignete Orte, an denen sie ihre Brut aufziehen können. Laut Umweltministerium sprechen Biologen bei manchen Insektenarten von einem Rückgang von 80 Prozent. Ein Grund dafür sind laut NABU zu „ordentliche Gärten“. Denn Grünschnitt, Laub und andere Gartenabfälle landen oft nicht mehr auf einem Haufen, sondern direkt in der Biotonne.
Wildbienen sind für etwa ein Drittel der weltweiten Bestäubung unserer Nahrungspflanzen zuständig. Ohne sie könnten weitreichende Ernteausfälle entstehen. Viele Hobbygärtner haben dieses Problem erkannt und möchten Insekten helfen. Deshalb kaufen sie Insektenhotels. Vor allem Arten, die in Röhren nisten und dort ihre Nachkommen aufziehen, profitieren grundsätzlich von solchen Nisthilfen. Denn zwischen 40 und 50 Bienenarten wie die Gehörnte Mauerbiene oder die Blattschneiderbiene nisten in Insektenhotels – zumindest in der Theorie.
Insektenhotel: Darum zieht oft niemand ein
In vielen Bienenhotels bleibt es erstaunlich ruhig. Laut Natur-Influencer Robinga Schnögelrögel liegt das häufig an der wenig sinnvollen Bauweise vieler Modelle, die man kaufen kann.
Schmetterlingsarten, die in Europa als erwachsene Falter überwintern, suchen sich zum Beispiel eher warme Orte wie Dachböden oder Scheunen. Sie brauchen also kein „Zimmer“ in einem Insektenhotel. Auch gut gemeintes Füllmaterial wie Tannenzapfen lockt Marienkäfer in der Regel nicht an. Am ehesten haben noch die Röhrchen in gekauften Bienenhotels Potenzial.
Aber auch hier gibt es oft Probleme. Die Röhren sind häufig nur vier bis fünf Zentimeter tief. Wildbienen brauchen jedoch mindestens etwa das Dreifache an Platz. Mit Ausnahme männlicher Wildbienen checken dort also oft kaum Insekten ein.

gebautes Insektenhotel.
Insektenhotel selbst bauen: So geht es richtig
Viele Insektenhotels zum Kaufen verfehlen also ihren Zweck. Doch wie kannst du Wildbienen trotzdem unterstützen? Mit wenigen Materialien kannst du ein Insektenhotel selbst bauen.
Wie bereits erwähnt, nisten viele Wildbienenarten in Röhrchen. Deshalb ist es immer eine gute Idee, solche Röhren im Garten zur Verfügung zu stellen. Besonders gut eignen sich Rohre aus unbehandeltem Schilf oder Bambus. Dabei gilt: je länger, desto besser.
„Die Bienen stecken sich ihren Platz dann selbst ab“, heißt es im Artikel. Wichtig ist außerdem, dass du Röhrchen mit unterschiedlichen Durchmessern anbietest – idealerweise in verschiedenen Größen.
So bereitest du die Nisthilfe vor
- Kürze die Rohre auf die passende Länge, falls nötig.
- Prüfe, ob Risse vorhanden sind, und sortiere beschädigte Rohre aus. Sie sind für das Bienenhotel nicht geeignet.
- Schleife die Schnittkanten bei Bedarf ab, damit sich die Bienen nicht verletzen.
- Reinige das Innere der Nisthilfe mit einem Pfeifenreiniger oder etwas Ähnlichem.
- Staple die Röhrchen anschließend an einem sonnigen und regengeschützten Ort aufeinander. Am besten baust du dafür einen Rahmen, damit alles stabil und ordentlich angeordnet ist.
Alternativen zum Bienenhotel
Wenn du mehr Platz im Garten hast, kannst du Wildbienen eine noch bessere Nisthilfe anbieten. Lößlehmboden, Totholzhecken oder ein Sandarium schaffen oft bessere Voraussetzungen für die Brut als ein klassisches Insektenhotel. Auch andere Insektenarten profitieren von solchen naturnahen Lebensräumen.
| Röhren | Sandarium | Totholz | Lößlehmboden |
| Wildbienen | Erdbienen | Igel | Grabende Bienen |
| Wespen | Larven | Spinnen | Hohlraumbesiedler |
Statt einfach irgendein Insektenhotel zu kaufen, ist es also sinnvoller, gezielt passende Nistplätze für verschiedene Insektenarten zu schaffen. So vermeidest du Fehlkäufe und hilfst den Tieren deutlich wirksamer dabei, ihre Brut aufzuziehen oder gut durch den Winter zu kommen.
Quellen
- https://www.youtube.com/watch?v=VoB-Egh1lYg & https://www.youtube.com/watch?v=TyOrhragZMo&list=WL&index=94
- https://mecklenburg-vorpommern.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen
- https://www.bundesumweltministerium.de/faq/welches-ausmass-hat-der-insektenru-eckgang
- https://www.wildbiene.com/standard/content.php?am=3&as=93&am_a=
- https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bie-
Bereits als Kind hat Tobias Hertzog den Garten und die Natur geliebt. Mit seinem Fachwissen über Pflanzen und seinen kreativen Ideen zur Gartengestaltung bereichert er das Team immer wieder. Außerdem, begeistert er sich, genau wie Ferdinand Zankl, für alles rund um Chili und ist regelmäßig bei allerlei Tastings auf dessen YouTube-Kanal zu sehen.






