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Wie Sie kleine Fliegen in Pflanzen feststellen, entfernen und vorbeugen

Vielleicht kennen Sie das auch? Bei vielen Zimmerpflanzen zeigen sich früher oder später kleine schwarze Mücken, die bei jedem Gießen aufgescheucht werden. Diese Trauermücken, mit dem lateinischen Namen Sciaridae, werden meist mit der Blumenerde eingeschleppt. Es gibt allerdings einiges, was Sie dagegen tun können.

Was sind eigentlich die kleinen Fliegen in Pflanzen?

Sciaridae auf Pflanzen-Blatt.
Trauermücken mögen dauerfeuchte Erde.

Die kleinen Trauermücken sitzen vor allem im Winter oft in großer Anzahl auf der Blumenerde von Zimmerpflanzen. Vor allem bei dauerfeuchter Erde, die noch dazu einen hohen Anteil an Humus hat, also beispielsweise Kompost, sind sie häufig und viel zu sehen. Es liegt häufig an der Blumenerde aus dem Handel, die damit nachgewiesenermaßen minderwertig ist. Es sind meist die Eier bzw. auch schon die Larven des Schädlings, die sich in den gekauften Erden befinden und damit in die Töpfe Ihrer Zimmerpflanzen gelangen.

In Europa gibt es knapp 600 unterschiedliche Arten von Trauermücken, die aufgrund ihrer dunklen Färbung diese Bezeichnung erhalten haben. Die Larven zersetzen organisches Material und können damit zum Problem im Blumentopf oder im Garten werden.

Wie Sie die kleinen Fliegen erkennen

Trauermücke auf Pflanzen-Blatt.
Sciaridae-Weibchen können bis zu 200 Eier ablegen.

Es ist relativ einfach, einen Befall Ihrer Pflanze mit Trauermücken festzustellen. Denn diese sind in Schwärmen in der Erde vertreten und fliegen jedes Mal auf, wenn Sie die Pflanze gießen oder diese samt Gefäß bzw. Topf anheben und bewegen. Im Unterschied zu herkömmlichen Fruchtfliegen haben Trauermücken sehr lange Beine und Fühler, aber auch große Flügel. Das Weibchen kann bis zu 200 Eier, bevorzugt in feuchtem Substrat von Zimmerpflanzen, ablegen. Daraus schlüpfen weiße Larven mit einem schwarzen Kopf, die ca. fünf bis sieben Millimeter lang sind und optisch einem Wurm ähneln.

Ist bzw. bleibt die Blumenerde feucht, sind die Larven aktiv und wachsen bzw. entwickeln sich weiter zur Fliege. Wird die Erde allerdings trocken, sterben sie ab und werden sehr rasch von Mikroorganismen zersetzt.

Welche Schäden können Trauermücken verursachen?

Viele Trauermücken auf gelbe Plastikstücke.
Nicht die Trauermücken selbst sind das Problem, sondern deren Larven.

Es sind nicht die Trauermücken selbst, die Schaden anrichten. Die Larven sind das Problem, denn sie fressen nicht abgestorbene Pflanzenteile, sondern auch die Wurzeln der Zimmerpflanzen. Vor allem Stecklinge oder Keimlinge können auf diese Weise absterben. Zudem ist ein größeres Risiko für die Pflanze selbst gegeben, von Bakterien durch die dann offene Wurzel befallen zu werden. Sind die Zimmerpflanzen schon älter, büßen Sie beim Befall mit Trauermücken oft das vitale und gesunde Aussehen ein.

Wie Sie Trauermücken bekämpfen können

Trauermücke im Freien.
Abdecken der Blumenerde mit Quarzsand ist eine gute Lösung, wenn Ihre Pflanze von Trauermücken befallen ist.

Die erste Maßnahme, um gegen Trauermücken bzw. deren Larven vorzugehen, ist es, das Gießen so weit wie möglich einzustellen. In der Folge helfen klebrige Gelbstecker oder Gelbtafeln, die Sie einfach in die Blumentöpfe stecken. Diese fangen quasi die ausgewachsenen Trauermücken ein und reduzieren den Befall. Diese durchaus gängigen Mittel zur Bekämpfung der Mücken erhalten Sie in jedem Baumarkt oder in einem Gartencenter.

Mit dem ähnlichen Prinzip, nämlich die Insekten mit klebrigen Blättern einzufangen, wendet das Fettkraut (Pinguicula vulgaris) an. Diese fleischfressende Pflanze hat klebrige Blätter und macht sich gut auf einem Fensterbrett, wo sie wirkungsvoll den Befall eindämmen kann.

Zu den beliebten Hausmitteln gegen den Befall mit Trauermücken zählt unter anderem das Abdecken der Blumenerde mit Quarzsand oder einer Auflage aus feinmaschigem Gaze. Beides verhindert, dass die Schädlinge ihre Eier im Substrat ablegen. Wenn Sie einen Feuchtefühler direkt in der Erde anbringen, können Sie weiterhin auf einen Blick feststellen, ob die Erde unter der Schicht Sand oder Gaze wieder einmal gegossen werden muss.

Wirkstoff Azadirachtin zur Bekämpfung von kleinen Fliegen im Topf

Ist zwischen der befallenen Pflanze und etwaigen Nützlingen kein Kontakt, können Sie auch Pflanzenschutzmittel verwenden. Sehr effektiv sind hier Produkte mit dem Wirkstoff Azadirachtin, der aus gepressten Samen des Niembaums gewonnen wird. Einfach gemäß Dosierung in das Gießwasser geben und damit die Pflanzenerde gießen. So verhindern Sie, dass sich Larven zu ausgewachsenen Trauermücken entwickeln können.

Mechanische Maßnahmen gegen die Fliegen

Trauermücken auf gelbem Stück Plastik.
Bei Pflanzen mit einem Trieb kann auch mechanisch gegen Trauermücken vorgegangen werden.

Handelt es sich bei der von Trauermücken befallenen Pflanze um eine solche mit einem Trieb, wie beispielsweise Zitronen- oder Olivenbäumchen, können Sie auch mechanisch gegen die Schädlinge vorgehen. Dazu ziehen Sie einfach eine Feinstrumpfhose von unten über den Blumentopf, ziehen diese um das Stämmchen zusammen und machen einen Knoten. Achten Sie darauf, dass der Sitz ganz dicht ist, dann belassen Sie alles so für vier bis fünf Wochen. Auf diese Art und Weise sind Trauermücken sozusagen von der Erde des Blumentopfs ausgesperrt.

Auch Nützlinge helfen gegen Trauermücken

Trauermücke.
Nützlinge (wie z.B. Raubmilben) eignen sich hervorragend gegen Trauermücken.

Eine Option, um die kleinen Fliegen in den Pflanzen zu vertreiben, ist es, auf Nützlinge zu setzen. Diese werden als SF-Nematoden bezeichnet und können im Gartenfachhandel direkt bestellt werden. Die konkrete Art wird Steinernema feltiae genannt. Geben Sie den Packungsinhalt in ein Wasser, das nicht mehr frisch ist und Zimmertemperatur hat und mischen Sie alles kräftig durch. Dann gießen Sie damit die befallenen Zimmerpflanzen. In der Folge parasitieren die Nematoden die Larven und töten sie ab. Danach sollten Sie die Pflanzen drei bis vier Wochen keinesfalls düngen, vor allem aber muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden.

Auch Raubmilben sind bewährte Nützlinge gegen die Trauermücken. Sie werden meist in Form eines Granulats geliefert und können so einfach über die Topferde gestreut werden. Präparate wie Neudomück oder Neudomück Pro enthalten spezielle Bakterien, die hervorragend geeignet sind, um die Larven von Trauermücken zu bekämpfen.

Letztendlich können Sie den kleinen Fliegen in den Pflanzen auch so zu Leibe rücken, indem Sie die Erde im Topf einfach gegen eine Hydrokultur austauschen und grobkörniges Substrat verwenden.

Kann man gegen Trauermücken vorbeugen?

Trauermücken und Larven.
Sie sollten Ihre Pflanzen am besten mehrmals wöchentlich mit wenig Wasser versorgen, so können Sie gut gegen Trauermücken vorbeugen.

Wenn Sie es gar nicht erst so weit kommen lassen möchten, dass Ihre Pflanzen von den kleinen Fliegen befallen werden, können Sie einiges tun. Achten Sie bereits beim Kauf auf die Blumenerde. Weist diese Ablagerungen auf oder riecht sie komisch, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass zu viel Feuchtigkeit enthalten ist oder diese länger im Nass gestanden haben.

Mischen Sie die Blumenerde mit feinem Sand, beispielsweise Vogel- oder Spielsand und Kies. So ist gewährleistet, dass die Oberfläche im Blumentopf rascher abtrocknet und nicht dauerhaft feucht bleibt. Damit können die Trauermückenweibchen die Eier nicht ablegen.

Sie können neu gekaufte Blumenerde auch thermisch behandeln, das heißt, sie können sie in der Mikrowelle oder im Backofen vorbehandeln. Verteilen Sie sie dazu auf einem Backbleck oder Bratschlauch und geben Sie sie für 30 Minuten bei 100 Grad in den Ofen. Während diese Vorgehensweise der Erde überhaupt nicht schadet, tötet sie zuverlässig Trauermücken und andere Schädlinge ab.

Die beste Vorsichtsmaßnahme gegen kleine Fliegen in Pflanzen ist es übrigens, auf die richtige Gießweise zu setzen. Dazu gehört, dass Sie Ihre Zimmerpflanzen besser mehrmals wöchentlich mit wenig Wasser versorgen als einmal pro Woche sehr reichlich. Gießen Sie nicht von oben, sondern geben Sie das Wasser in einen Untersetzer und achten Sie darauf, dass die Erdoberfläche im Topf immer gut abgetrocknet ist. Dann haben die Trauermücken keine Chance, ihre Eier dort abzulegen.

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