Startseite Garten Gartentipps Private Wachtelhaltung – Wachteleier aus dem eigenen Garten

Private Wachtelhaltung – Wachteleier aus dem eigenen Garten

Während sich die Hühnerhaltung in privaten Gärten etabliert, sind Japanische Legewachteln vielen noch unbekannt. Dabei legen diese nicht nur viele, sondern auch die gesünderen Eier. Wachteleier sind deswegen die Alternative für alle, die Hühnereier meiden sollen, leider sind die Kosten deutlich höher. Wer noch ein Hobby braucht und etwas Platz im Garten oder Nebengebäude hat, kann es mit der privaten Wachtelhaltung probieren. Es ist eigentlich ganz einfach, einiges ist jedoch zu beachten:

  • Japanische Legewachteln sind Leistungstiere und brauchen gute Lebensbedingungen
  • Wachteln fühlen sich im Stall, einer Voliere oder einem Außenstall mit Auslauf wohl
  • neben der abwechslungsreichen Fütterung ist Hygiene sehr wichtig
  • es sind wenigstens vier Wachtelhennen zu halten
  • zu viele Wachtelhähne strapazieren die Hennen und bekämpfen einander
  • Wachteln können selbst in einer windgeschützten Voliere überwintern
  • oberhalb von 10° Celsius und mit UV-Beleuchtung steigt die Legeleistung von rund 200 auf über 300 Eier im Jahr

Japanische Legewachtel ist Höchstleistung gewohnt

Es gibt inzwischen drei Zuchtlinien der Japanischen Legewachtel:

  • 160 bis 240 Gramm, Eigewicht rund 11 Gramm – eher zur Zierde gehalten
  • 240 bis 340 Gramm, Eigewicht rund 13 Gramm – Legewachtel
  • 340 bis 450 Gramm, Eigewicht rund 15 Gramm – Mastwachtel zur Fleischgewinnung

Die Japanische Legewachtel wächst sehr schnell heran, die Hennen legen bereits nach 6 bis 8 Wochen die ersten Eier. Wenn eines der Eier im Schnitt 13 Gramm, die Henne aber 300 Gramm wiegt und unter normalen Bedingungen 200 Eier im Jahr legt, wären das immerhin 2600 Gramm. Wer die Bedingungen optimiert, hätte mit über 300 Eiern rund 4 kg Wachteleier von nur einer Henne. Diese sehr hohe Leistung geht aber auf die Lebenserwartung. Die Legewachteln erreichen dann eher 3 als 5 Jahre, legen im Alter aber ohnehin schlechter. Auch Mastwachteln sterben tendenziell früher, als die leichteren Zuchtrichtungen.

Das Dilemma der Wachtelhähne

Tierhalter sollten weniger auf Leistungswerte, als auf die artgerechte Haltung aller versorgten Haustiere achten. Leider vertragen sich Wachtelhähne nur mit genügend vielen Wachtelhennen. Ob mit oder ohne Hahn in der Gruppe: Es bleiben immer Hähne über und es ist kaum möglich, jeden separiert zu halten. Kein Wachtelzüchter komm deswegen um das Schlachten der Hähne herum.

Während Hühner sich mit Hahn wohler fühlen und Hähne schwerer werden, ist es bei Wachteln genau umgekehrt: Die Legehennen sind ohne Hahn glücklicher und werden schwerer als diese.

Ähnlich wie bei Hühnern gibt es also die Legelinie mit den leichten Hähnen und die schwere Fleischlinie, die für das Eierlegen zu viel Futter verbraucht. Wenn die Küken mit unter 10 Gramm Schlupfgewicht innerhalb von nur 6 Wochen ihre Lege- oder Schlachtreife erreichen sollen, müssen sie immerhin von Morgens bis Abends fressen. Viel mehr Zeit bliebe dem Mäster ohnehin nicht. Sobald die Hähne geschlechtsreif werden, treten sie die Hennen und bringen einander um.

Eigene Legewachteln züchten?

Kaum ein privater Tierhalter möchte seine Haustiere erst aufziehen und anschließend schlachten. Bei der Nachzucht Japanischer Legewachteln gäbe es jedoch rund 50 % Wachtelhähne. Es gibt weitere Gründe, die für den Zukauf der Legehennen sprechen:

  • nur unter sehr guten Bedingungen beginnen Wachtelhennen mit der Brut
  • der Inkubator ist für wenige Bruteier etwas zu teuer in der Anschaffung
  • die gelegentliche Kunstbrut ist wegen mangelnder Routine noch schwerer
  • Wachtelküken wachsen zwar rasend schnell heran, sind aber anspruchsvoll in der Pflege

Wer für das Hobby und die Wachteleier nur ein paar Legehennen halten will, sollte auf die eigene Nachzucht verzichten. Es gibt genügend Züchter und Händler, die junge Wachteln nach Geschlechter sortiert abgeben. Die Preise können sich je nach Alter, Farbschlag oder Verfügbarkeit deutlich unterscheiden, weswegen ein Anbietervergleich lohnt. Wer einen verlässlichen Händler findet, soll sich diesen gut merken. Damit die Legeleistung der kleinen Herde stabil bleibt, sollten jedes Jahr 20 bis 30 % der Gruppengröße durch Jungtiere aufgestockt werden. Selbst wenn schwächelnde Legewachteln ihr Gnadenbrot erhalten, ist bei dieser Strategie mit einem Ausfall von rund 25 % pro Jahr zu rechnen.

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Bei der Wachtelhaltung zu beachten

Die kleinen Wachtelhennen sehen rundlich aus und ducken sich am Boden. Dennoch handelt es sich um sehr gute Flieger, die kraftvoll aufsteigen. Das machen sie leider auch dann, wenn die Decke niedrig ist und sie sich erschrecken. Das kann ungünstigerweise zu tödlichen Verletzungen führen, weswegen eine Deckenhöhe von bis 40 oder über 180 cm zu wählen ist. Alternativ lässt sich unter der Decke ein Netz spannen, beziehungsweise der Auslauf oder die Voliere sind mit solch einem engmaschigen Netz überspannt.

Japanische Legewachteln brauchen nicht viel Platz. Selbst für die artgerechte Haltung reicht ein m² für vier Wachteln. Dennoch muss die Grundfläche für verschiedene Einrichtungselemente reichen. Je mehr Wachteln, umso häufiger oder größer müssen jeweilige Elemente vorkommen.

  • Bewegungsfreiraum
  • Rückzugsorte
  • Staubbad
  • Legenester
  • Futterstelle

Ein Teil des Stalls soll für die Beweglichkeit und auch zum Koten freibleiben. Zu den Ecken oder auf zweiter Ebene kann es Rückzugsorte und die Futterstelle geben. Wachteln bleiben aber lieber am Boden, wo auch das Staubbad und die Legenester hingehören. Wegen der Hygiene soll die Futterstelle jedoch wenigstens erhöht und sehr leicht zu reinigen sein.

Zumindest ist zu bedenken, dass die kleinen Tierchen wegen ihrer sehr hohen Leistung überproportional viel Futter und Wasser benötigen. Pro Wachtelhenne sind je nach Zuchtlinie 25 bis 50 Gramm Futter und bis 100 ml Wasser pro Tag zu kalkulieren. Die Tiere müssen dabei auch genug Platz am Futter- und Wasserspender finden.

Dieser hohe Futter- und Wasserverbrauch mündet leider in einem erhöhten Durchsatz für die Einstreu. Verschmutzte Stellen sollen möglichst täglich entfernt werden, alle paar Wochen wäre eine Grundreinigung fällig. Als Einstreu eignen sich für die Innenhaltung staubfreie Hobelspäne, Pinienrinde, Buchenhack, Leinenstroh, Stroh, Geflügeleinstreu und für die Legenester Heu. Im Außenbereich wären unbehandelte Rindenmulch, Sand oder stellenweise Steinplatten geeignet.

Wegen der Atmosphäre sind Zweige für die Wachteln sehr hilfreich. Hier wären wenig nadelnde Nadelhölzer oder Bambus geeignet. Aber auch der Rückschnitt aus dem Garten reicht für einige Tage oder sogar Wochen. Nur auf Giftpflanzen ist zu verzichten.

Legewachteln richtig füttern

Das bequemste Fundament der Fütterung wäre ein Fertigfutter für Legewachteln oder ein Futter mit identischer Zusammensetzung. Demnach soll dieses Futter knapp 20 % Rohprotein und während der Legesaison 3,5 bis 5,5 % Kalzium enthalten. Letzteres kann auch separat durch Grit zugefüttert werden. Außerdem müssen im Futter Rohöle, Rohfette, Rohfaser, Rohasche, Lysin, Phosphor, Natrium und Methionien vorkommen. Der Energiegehalt der Futtermischung soll bei 10 bis 12 MJ ME/kg TM liegen.

Häufig wird ein Alleinfutter oder ein Basis- und Ergänzungsfutter für Wachtelhennen verfüttert. Die Körnung muss sich gut aufnehmen lassen sowie die Tiere nicht nur die leckeren Brocken fressen dürfen. Pelletiertes Futter ist deswegen ideal.

Die fertige Futtermischung ist nur der Energielieferant und keine ausgewogene Ernährung für Wachteln. Diese ist jedoch extrem wichtig, da die Leistungstiere Vitamine, Spurenelemente und vor allem auch immer etwas frisches Futter benötigen. Wenn es schnell gehen muss oder während der Wintermonate können Kräuter und Grashalme auch getrocknet sein. Dennoch soll es immer auch etwas frisches Gemüse, Grünfutter oder Obst geben. Es können auch die Reste aus Küche und Garten sein, solange alles unverarbeitet, frisch und ungiftig ist.

Während es möglichst mehrfach täglich Gräser und Kräuter wie Petersilie, Vogelmyrte oder Löwenzahn gibt, wären Obst und Gemüse alle paar Tage so zu füttern, dass nach einer Stunde alles weg ist. Hier gibt es sicherlich Brennnessel, Grünkohl, Salat oder Möhrengrün, welches auch täglich gern gesehen ist.

Futterreste sind vor der nächsten Fütterung zu entfernen, weswegen sich die Futterstelle gut reinigen lassen sollte. Es könnte sich z.B. um eine große Kunststoffwanne mit niedrigem Rand handeln, welche zur Fütterung durch eine zweite ersetzt und dann gesäubert wird. Im Freien wäre eine Steinplatte perfekt, die sich abfegen lässt.

Täglich soll es frisches Wasser geben. Der Wasserspender ist wenigstens durchzuspülen, alle paar Tage wäre eine gründlichere Reinigung wichtig. Gibt es einen Reserve-Wasserspender, kann einer nach der Reinigung an der Luft trocknen. Auch das unterbindet ein Aufkommen von Keimen.

Tipps: Etwas Oreganotee oder ein Schuss Apfelessig im Trinkwasser fördert die Gesundheit der Wachteln. Wer gelegentlich Schnittlauch gibt, hat seine Wachteln zugleich entwurmt.

Japanische Legewachtel eingewöhnen und zähmen

Gerade in der Eingewöhnungsphase ist bei den Wachteln Hektik oder Lautstärke zu meiden. Die besonderen Leckerchen wie Mehlwürmer werden aus der Hand angeboten oder den Tieren hingelegt, um selber zurückzugehen. Einige Wachteln bleiben scheu, andere werden schnell zahm. Auch diese Exemplare neigen nicht zum Schmusen und sind eher zur Beobachtung geeignet.

Wer jedes Jahr ein paar neue Wachteln in seine Herde setzt, muss bedenken, dass auch diese sich erst aneinander gewöhnen müssen. Die Japanische Legewachtel wird in vielen Farbschlägen gezüchtet. Wer nur erdfarbene Wachteln hat und eine weiße dazusetzt, läuft Gefahr, dass diese verstoßen wird. Wenn, dann wäre ein größerer Anteil in Weiß zu wählen, damit es keine Einzeltiere in der Herdenwahrnehmung gibt.

Auch verletzte Tiere werden nicht immer geschont. Möglicherweise picken die anderen Wachteln geschwächte Artgenossen erst Recht, weswegen diese zur Vorsicht zu separieren sind. Alternativ können auch aggressive Wachteln lokalisiert und entfernt werden. Mit Pech eignen sich sonst alle Wachteln das schlechte Benehmen an.

Genau diese Details, welche Persönlichkeiten einzelne Wachteln hervorbilden und wie sich die Gruppe verhält, lädt zur Beobachtung ein. Mit etwas Zuwendung werden Legewachteln zu interessanten Haustieren, die zugleich die gesünderen Eier legen.

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