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Echter Eibisch: Das Malvengewächs im Überblick

Diese blühfreudige Staude besticht durch ihren schlichten Charme und erfordert keine aufwendige Pflege. Der Echte Eibisch (Althea officinalis) ist ein hübsches Malvengewächs, das zu den altbewährten Heilkräutern gehört. Vor allem gegen Reizhusten, aber auch gegen leichte Verdauungsprobleme und sogar gegen Hautausschlag sind Eibisch-Präparate wirksam. Wir erklären, wie du diese Pflanze richtig pflegst und verwenden kannst.

Echter Eibisch – Steckbrief

  • Name: Echter Eibisch, lat. Althea officinalis
  • Wuchsform: Aufrecht, leicht buschig
  • Blütenform: Einfach, mit fünf Blütenblättern
  • Blütengröße und -farbe: 2 – 3 cm, Weiß, Rosa, Lila
  • Laubblätter: Zwei- bis fünflappig, behaart
  • Winterhart: Ja, bis zu – 30 °C
  • Mehrjährig: Ja
  • Blütezeit: Juni – August
  • Frucht: Spaltfrucht, 5 – 8 mm
  • Wuchshöhe: 50 – 150 cm
  • Standort: Sonnig, heller Halbschatten, windgeschützt
  • Boden: Tiefgründig, feucht, nährstoffreich
  • Verwendung: Zierpflanze, Heilpflanze
  • Arzneidroge: Blätter, Blüten, Wurzeln
  • Insektenfreundlich: Ja, Bienen- und allgemein Insektenfreundlich
LesiChkalll27 Eibischblüten präsentieren sich in Weiß, Hellrosa oder Zartlila.

Was ist der Eibisch für eine Pflanze?

Auf Lateinisch nennt sich der Echte Eibisch Althea officinalis, und dieser Name enthält einen klaren Hinweis auf seine Bedeutung als Heilkraut: Althea stammt vom griechischen Verb althäeis, was so viel wie heilen bedeutet, und officinalis ist eine Bezeichnung von allen für medizinische Zwecke geeigneten Pflanzen. Sein Trivialname Arznei-Eibisch weist in dieselbe Richtung hin.

Botanisch gesehen ist der Echte Eibisch ein Malvengewächs und insofern mit klassischen Gartenpflanzen wie Hibiskus und Stockrosen verwandt. Der Eibisch ist eine Staude, also eine ausdauernde, krautige Pflanze. Mit anderen Worten ist der Echte Eibisch mehrjährig und seine Stängel verholzen nicht.

dadalia Echter Eibisch ist ein Malvengewächs, verwandt mit Hibiskus und Stockrosen.

Wo kommt der Eibisch her?

Heimisch ist die Althea officinalis in Zentralasien und Südeuropa. Aber auch in Nordafrika und in Österreich sind Wildbestände des Eibisch zu finden. Allerdings ist der Echte Eibisch in der Natur selten geworden und gehört in Europa zu den geschützten Pflanzen.

Wichtig: Es ist verboten, Eibisch der Natur zu entnehmen oder auch einzelne Pflanzenteile zu sammeln!

Wie sieht Echter Eibisch aus?

Von seiner Wuchsform ähnelt der Eibisch seinen Verwandten, den Stockrosen. Die Pflanze wächst leicht buschig, jedoch überwiegend aufrecht und erreicht je nach Standort Wuchshöhen zwischen 50 und 150 cm. Typisch für dieses Malvengewächs sind flauschigen, behaarten Stängel und Blätter.

Gut zu wissen: Unter dem Mikroskop sind an jedem Pflanzenhaar mehrere sternförmig angesetzte Strahlen erkennbar – daher die Bezeichnung Sternhaare.

Die graugrünen Laubblätter sind zwei- bis fünflappig und wirken dekorativ. Die einfachen Blüten mit fünf Blütenblättern sind in kleineren Rispen angeordnet. In der Regel erscheinen die Blüten in Weiß, Hellrosa oder Lila, mit einer dunkleren Mitte.

Die Blüten von Echtem Eibisch sind zwittrig: Zu Beginn der Blütezeit im Juni sind die Blüten männlich, um zum Ende der Saison – im August oder Anfang September – weiblich zu werden. Dabei handelt es sich um eine smarte Fortpflanzungsstrategie, denn beim Eibisch ist sowohl Selbst- als auch Fremdbestäubung möglich.

Gut zu wissen: Der Eibisch ist eine bienenfreundliche Pflanze, die auch weitere Nützlinge mit ihrem Nektar anlockt.

liper06 Graugrüne, mehrlappige Blätter und helle Blüten der Althea officinalis bilden einen effektvollen Kontrast zu den hellen Blüten.

Wo ist der richtige Standort für den Eibisch?

Wenn man im Garten Echten Eibisch pflanzen möchte, dann ist ein heller Standort optimal. Zwar kommt der Eibisch auch mit Halbschatten zurecht, doch in voller Sonne entfaltet diese Zierpflanze ihr volles Potenzial und erreicht stattliche Wuchshöhen. Wenn der Standort außerdem windgeschützt ist, dann fühlt sich Eibisch besonders wohl.

Tipp: Pflanze den Eibisch, wenn möglich, an der Südwand oder bestücke die Ufer des Gartenteichs mit dem Malvengewächs.

Welchen Boden braucht Echter Eibisch?

Zwar gehört der Arznei-Eibisch zu den eher anspruchslosen Gartenpflanzen, doch am besten gedeiht die Althea officinalis in tiefgründigen Böden, welche die Wurzelbildung und somit die Nährstoffaufnahme fördern. Darüber hinaus ist nährstoffreiches Substrat optimal. Der richtige Boden für den Eibisch ist leicht feucht – Staunässe und Trockenheit verträgt die Pflanze nicht.

Wie oft muss man den Eibisch gießen?

Achte bei der Pflege der Eibisch-Staude darauf, dass der Boden nicht austrocknet. Während der Trockenperioden im Sommer gießt man die Pflanze am besten sparsam mit kalkarmem, nicht zu kaltem Wasser.

Der Echte Eibisch ist eine reichlich blühende Zier- und Heilpflanze.

Ist der Eibisch winterhart?

Althea officinalis ist an das kontinentale Klima Zentralasiens mit seinen harten Wintern gewohnt und kommt mit frostigen Temperaturen von bis zu – 30 °C problemlos zurecht. Für den Winter zieht sich die Pflanze unter die Erde zurück, die oberirdischen Teile sterben ab und nur die fleischige Pfahlwurzel überlebt.

Tipp: Schneide die Pflanze erst im Frühling zurück, da abgestorbene Pflanzenteile oft von Nützlingen als Winterquartier genutzt werden und Samen als Futter für Wildvögel dienen.

Wann sollte man den Eibisch pflanzen?

Je nach Wunsch findet man im Handel den Echten Eibisch als Saatgut, als vorgezogene Jungpflanzen oder aber als stattliche, voll entwickelte Pflanze. Neben dem Eibisch in Wildfarben gibt es auch Zuchtformen mit besonders ausdrucksstarken Blütenfarben oder zum Beispiel mit einem dekorativen Säulenwuchs.

Wenn man Eibisch als Saatgut kauft, dann sollten die Pflanzen ab März zuhause vorgezogen werden, um diese nach den Eisheiligen ins Freiland zu setzen. Auch die Jungpflanzen gehören erst nach dem letzten Frost ins Beet. Damit sich jede Pflanze optimal entwickelt, ist ein Abstand von 40 bis 60 cm empfehlenswert.

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Für welche Krankheiten ist der Echte Eibisch anfällig?

Stimmen die Standortbedingungen, erweist sich das Malvengewächs als eine gesunde Pflanze. Lediglich der Malvenrost, ein Schadpilz, befällt die Althea officinalis manchmal und verursacht braune Flecken auf den Blättern. Eine feuchte Witterung begünstigst genau an den von dem Eibisch bevorzugten, windgeschützten Standorten die Ausbreitung dieser Pilzkrankheit.

Gegen den Malvenrost erweisen sich die Fungizide aus dem Handel als wirksam. Außerdem verhindert das Einhalten von Pflanzenabständen die Übertragung der Pilzsporen.

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Für welche Gartenstile eignet sich Eibisch?

Das Malvengewächs ist ein blühendes Highlight für jeden Garten. Zugleich wirkt diese Wildpflanze im Vergleich zu manch anderer farbenprächtigen Züchtung unscheinbar und macht sich daher in einem Natur- oder Bauerngarten ausgezeichnet. Im Heil- und Kräutergarten darf Eibisch genauso wie einst in Klostergärten nicht fehlen.

Tipp: Nicht nur im Freiland, sondern auch im Kübel auf einer sonnigen Terrasse oder Loggia lässt sich der Eibisch als kleine Gruppe dekorativ in Szene setzen.

RukiMedia Für Natur- und Bauerngärten ist der insektenfreundliche Eibisch die perfekte Wahl!

Was ist der Unterschied zwischen Eibisch und Hibiskus?

Sowohl der Echte Eibisch als auch der Gartenhibiskus (Hibiscus syriacus) sind Mitglieder der weit verzweigten Familie der Malvengewächse und somit Verwandte. Allerdings ist der Hibiskus ein laubabwerfender Strauch, während Eibisch eine krautige Pflanze ist.

In Hinblick auf ihre Bedeutung für die Naturheilkunde sind die Unterschiede zwischen Eibisch und Hibiskus recht groß. Während der herkömmliche Gartenhibiskus als Heilkraut nur selten verwendet wird, wirkt der Hibiskus sabdariffa – auch als Roselle, Sudan-Eibisch oder Afrikanische Malve bekannt – laut Therapeuten verdauungsfördernd, antibakteriell und blutdrucksenkend. Der Eibisch enthält dagegen hohe Mengen an Schleimstoffen, die vor allem gegen Husten hilfreich sind.

Gegen welche Beschwerden hilft Eibisch?

In der Volksmedizin und Naturheilkunde gilt die Althea officinalis seit Jahrhunderten als ein vielseitiges Heilkraut. Inzwischen wurde die Bedeutung des Eibisch auch von der Schulmedizin anerkannt, sodass man in Apotheken mittlerweile mehrere Sorten Hustensaft mit Eibisch-Extrakten finden.

Nikolaydonetsk Der Echte Eibisch ist eine bewährte Heilpflanze, deren Blätter, Blüten und Wurzeln wertvolle Schleimstoffe enthalten.

Seine Wirkung als Heilkraut hat der Eibisch in erster Linie den Schleimstoffen Rhamnogalacturonanen, Glukanen und Arabinogalactanen zu verdanken. Es handelt sich bei diesen Inhaltsstoffen um Polysaccharide mit einer komplexen chemischen Formel, die an der Schleimhaut haften und auf diese Weise eine Schutzschicht bilden. Vor allem die Eibischwurzel ist reich an Schleimstoffen, aber auch alle sonstigen Pflanzenteile bestehen zu 15 bis 20 % daraus.

Die Schleimstoffe entfalten ihre Wirkung vorrangig im Mund-Rachen-Raum. Gegen Reizhusten und Erkältungszustände lässt sich Eibisch erfolgreich einsetzen und lindert die unangenehmen Symptome. Bei leichten Verdauungsbeschwerden aufgrund der gereizten Magenschleimhaut erweist sich Eibisch laut Therapeuten ebenfalls als hilfreich.

Weiterhin sind Präparate aus Eibisch, allen voran Aufgüsse, für die äußere Anwendung geeignet und können gegen Hautirritationen, kleinere Wunden oder Sonnenbrand helfen.

Wichtig: Zwar sind aktuell keine Nebenwirkungen von Eibisch-Präparaten bekannt, wir empfehlen jedoch, vor der Verwendung einen Arzt oder Apotheker zurate zu ziehen. Außerdem sollten aufgrund von einem relativ hohen Zuckergehalt in der Eibischwurzel sollten Diabetiker besonders vorsichtig mit den Wirkstoffen sein!

Wann kann man den Eibisch ernten?

Die Blätter können jederzeit während der Saison gepflückt werden. Das Gleiche gilt für die Blüten. Nachdem die Pflanze im Spätherbst abstirbt, grabe die Wurzeln für weitere Verwendung aus.

Wie kann man einen Eibisch-Aufguss zubereiten und einnehmen?

Je nach Wunsch lassen sich die Pflanzenteile von Arznei-Eibisch entweder frisch oder getrocknet (als Arzneidroge) verwenden. Zum Trocknen platziert man die Blätter und Blüten an einen warmen, schattigen Standort. Auch die Wurzeln sind am besten in der Luft zu trocknen, jedoch sollten sie zuvor gründlich gereinigt werden.

Vor allem beim Trocknen von Eibischwurzeln ist die Gefahr von Schimmelbefall nicht unerheblich. Achte darauf, dass die Pflanzenteile vor der Lagerung vollständig getrocknet sind. Zur Aufbewahrung der getrockneten Pflanzenteile eignet sich ein dunkler und kühler Ort am besten.

a9photo Ein Aufguss aus frischen oder getrockneten Eibischwurzeln sowie weiteren Pflanzenteilen lindert den Reizhusten.

Eibisch-Aufguss zuzubereiten:

  • Gebe einen oder zwei Teelöffel Arzneidroge oder frische Blätter bzw. Blüten in einen Becher und übergieße diese mit kaltem Wasser Wichtig: Unter Einfluss von zu viel Hitze werden Schleimstoffe zerstört!
  • Rühren den Aufguss ab und zu um
  • Nach 1 bis 2 Stunden ist der Aufguss fertig
  • Jetzt seihe das Getränk ab und entsorge die Pflanzenteile
  • Trinke den Aufguss in kleinen Schlucken, etwa zwei bis drei Becher täglich, bis zum Verschwinden der Symptome
    Wichtig: Sollte sich der Gesundheitszustand nach einigen Tagen nicht bessern oder sich sogar verschlimmern, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden!

Tipp: Wer es gerne etwas süßer hats, kann gerne zu Honig oder Ahornsirup greifen.

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Fazit: Echter Eibisch – dekorativ und nützlich

Der Echte Eibisch Althea officinalis ist ein Malvengewächs, das nicht nur Gärten verschönert, sondern auch als Aufguss gegen lästigen Reizhusten und kleinere Magen-Darm-Probleme helfen kann. Die Pflanze fühlt sich in hellen, warmen Lagen und feuchten Böden ohne Staunässe am wohlsten. Insgesamt ist der Eibisch pflegeleicht und macht sich hübsch in Bauern- oder Naturgärten.

FAQ

Wofür ist Eibisch gut?

Der Echte Eibisch ist ein dekoratives Malvengewächs, das außerdem als Heilpflanze gegen Reizhusten, Magen-Darm-Probleme und Hautreizungen hilfreich sein soll.

Wann blüht der Echte Eibisch?

Die Blütesaison der Althea officinalis dauert zwischen Juni und August.

Kann man Eibisch essen?

Man kann sowohl die Blüten als auch die Wurzeln des Echten Eibisch essen. Die Blüten machen sich gut als Salatzutat, die Wurzeln sind vor dem Verzehr zu garen. Allerdings schmecken die Eibischwurzeln etwas fade. Früher wurde Eibisch zum Zubereiten von Marshmallows verwendet.

Wie wirkt Eibisch bei Husten?

Echter Eibisch ist reich an Schleimstoffen, welche die Schleimhaut im Rachen schützen. Aus diesem Grund können Sirups und Aufgüsse mit Eibisch die Symptome beim Reizhusten lindern.

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<h3>Haus & Garten Profi Redaktion</h3>

Haus & Garten Profi Redaktion

Wir sind ein breit gefächertes Team aus Hobbygärtnern und Fachleuten, die sich die Leidenschaft zu Garten und Haushalt teilen. Mit dem Ziel, euch hilfreiche Ratgeber, ehrliche Produktreviews und die besten Tipps zur Verfügung zu stellen. Viel Spaß beim Lesen!

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