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Winterharte Kräuter: Welche Frost überstehen und wie du sie richtig pflegst

Veröffentlicht am 5 Jan., 2026

Viele Hobbygärtner denken, dass im Winter im Kräuterbeet Pause ist. Doch das stimmt nur zum Teil. Es gibt zahlreiche Kräuter, die Frost problemlos überstehen, auch in der kalten Jahreszeit Aroma liefern und im Frühjahr besonders kräftig austreiben. Entscheidend ist, zu wissen, welche Kräuter wirklich winterhart sind, welche Schutz brauchen und welche besser ins Haus umziehen sollten.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Kräuter sicher durch den Winter bringst und sogar in der kalten Jahreszeit frisch ernten kannst, ohne die Pflanzen zu schwächen.

Was bedeutet „winterhart“ bei Kräutern?

Winterhart bedeutet nicht, dass eine Pflanze bei Schnee wächst oder bei starkem Frost blüht. Der Begriff beschreibt vielmehr die Fähigkeit einer Pflanze, die kalte Jahreszeit zu überstehen, keinen dauerhaften Frostschaden zu nehmen und im Frühjahr erneut auszutreiben.

Viele winterharte Kräuter ziehen sich im Winter in den Wurzelbereich zurück. Oberirdisch wirken sie dann oft vertrocknet oder verschwunden. Das ist völlig normal und kein Anzeichen dafür, dass die Pflanze abgestorben ist. Sie befindet sich in Winterruhe und sammelt Kraft für den Neuaustrieb im Frühjahr.

Diese Kräuter können den Winter draußen verbringen

Es gibt zahlreiche Kräuter, die problemlos im Beet überwintern können. Die meisten davon sind heimisch oder gut an unser Klima angepasst. Zu den zuverlässig winterharten Kräutern gehören Thymian, Oregano, Schnittlauch, Salbei, Minze, Zitronenmelisse, Waldmeister sowie winterharte Rosmarinsorten wie zum Beispiel „Arp“.

Diese Kräuter können im Beet bleiben und viele davon auch im Topf überwintern, wenn sie etwas Schutz bekommen. Besonders wichtig ist es, den Wurzelbereich im Herbst mit Laub, Stroh oder Reisig zu mulchen. Das isoliert den Boden, schützt vor starkem Frost und hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu regulieren, ohne Staunässe zu verursachen.

Schnittlauch, Minze, Oregano und Zitronenmelisse ziehen sich im Winter vollständig zurück und sehen dann vertrocknet aus. Das ist völlig normal. Im Frühjahr treiben sie wieder kräftig aus. Rosmarin und Salbei bleiben oft grün, reagieren jedoch empfindlich auf gefrorenen und gleichzeitig nassen Boden.

Winterharte Kräuter, die zusätzlichen Schutz brauchen

Einige Kräuter gelten zwar als winterhart, benötigen aber dennoch etwas Unterstützung, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Dazu zählen Lavendel, Estragon, Bergbohnenkraut und Majoran.

Diese Pflanzen vertragen vor allem keine Staunässe. Ein lockerer, durchlässiger Boden ist daher besonders wichtig. Eine dünne Schicht Sand oder Splitt im Herbst hilft, überschüssiges Wasser abzuleiten und Fäulnis zu vermeiden. Lavendel bevorzugt zudem einen sonnigen Standort im Winter. Sonne und Luft schützen besser vor Pilzbefall als eine Abdeckung aus nassem Laub. Ein leichter Schutz aus Reisig reicht in der Regel aus, um die Triebe vor starkem Frost zu schützen.

Shutterstock Gute Standortwahl, wenig Wasser und leichter Frostschutz helfen Kräutern sicher durch den Winter.

Diese Kräuter sollten im Winter ins Haus

Mediterrane Kräuter sind an warme Temperaturen angepasst und vertragen starken Frost meist nicht. Dazu gehören Basilikum, Petersilie, Koriander, Lorbeer, Zitronengras sowie herkömmlicher Rosmarin ohne winterharte Züchtung.

Diese Kräuter fühlen sich im Winter an einem hellen, kühlen Platz im Haus am wohlsten. Ideal sind ein Wintergarten, ein heller Flur oder ein unbeheiztes Fenster. Zu warme Standorte sind ungünstig, da trockene Heizungsluft häufig zu Schädlingsbefall führt, besonders bei Basilikum und Petersilie.

Im Winter sollte weniger gegossen und vollständig auf Dünger verzichtet werden. Lorbeer als Kübel- oder Hochstammpflanze sollte unbedingt frostfrei stehen, da seine Wurzeln sehr empfindlich sind und nicht durchfrieren dürfen.

Kräuter im Winter richtig ernten

Viele machen im Winter den Fehler, zu viel zu schneiden. Das schwächt die Pflanzen und verzögert den Austrieb im Frühjahr. Im Winter sollten daher nur kleine Mengen geerntet werden, am besten nur die Triebspitzen.

Bei Salbei, Thymian und Rosmarin können einzelne Triebe geschnitten werden. Kräuter wie Minze oder Oregano sollten dagegen bis zum Frühjahr in Ruhe gelassen werden. Eine gute Alternative ist es, Schnittlauch oder Zitronenmelisse in einen kleinen Topf zu setzen und im Haus anzutreiben. So steht frisches Grün zur Verfügung, ohne die Pflanzen im Garten zu schwächen.

Kräuter im Topf richtig überwintern

Kräuter im Topf sind im Winter deutlich frostempfindlicher als Pflanzen im Beet, da der Wurzelballen weniger Erde zur Isolation hat. Deshalb benötigen Töpfe besonderen Schutz.

Sie sollten auf Holzfüße oder eine Holzpalette gestellt werden, um direkten Kontakt zum kalten Boden zu vermeiden. Zusätzlich können die Töpfe mit Jute, Noppenfolie oder alten Decken umwickelt werden. Ein geschützter Platz an der Hauswand ist ideal, da es dort oft einige Grad wärmer bleibt. Mehrere Töpfe dicht nebeneinander gestellt schützen sich gegenseitig vor Kälte.

Auch beim Gießen ist Zurückhaltung wichtig. Gegossen wird nur, wenn die Erde wirklich trocken ist. Staunässe gehört im Winter zu den häufigsten Ursachen für abgestorbene Kräuter.

Shutterstock Auch in der kalten Jahreszeit lassen sich Kräuter ernten, wenn behutsam und in kleinen Mengen geschnitten wird.

Kräuter im Winter schneiden: ja oder nein?

Der große Rückschnitt gehört nicht in den Winter, sondern ins Frühjahr. In der kalten Jahreszeit werden lediglich kranke, matschige oder abgebrochene Pflanzenteile entfernt.

Die vorhandene Pflanzenstruktur dient als natürlicher Frostschutz und hilft der Pflanze, Energie zu speichern. Ein starker Rückschnitt im Winter kann dazu führen, dass Kräuter austrocknen oder Frostschäden erleiden. Der richtige Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist März oder April, sobald der Neuaustrieb sichtbar wird.

Den Boden rund um Kräuter im Winter schützen

Auch der Boden spielt im Winter eine wichtige Rolle. Eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch schützt vor Kälte, sollte die Triebe jedoch nicht vollständig bedecken. Eine gute Luftzirkulation verhindert Fäulnis.

Lavendel und Rosmarin bevorzugen einen eher trockenen Untergrund, daher sollte hier nur sparsam gemulcht werden. Ein einzelner Stein im Beet kann zusätzlich Wärme speichern und wirkt wie ein kleines Wärmepolster für die Pflanze.

Fazit

Kräuter lassen sich auch im Winter erfolgreich pflegen, wenn man weiß, welche Arten frosthart sind und welche Schutz benötigen. Winterharte Kräuter können draußen bleiben, solange der Boden gut durchlässig ist. Empfindlichere Kräuter freuen sich über ein frostfreies Winterquartier. Wer im Winter wenig schneidet, sparsam gießt und auf den richtigen Standort achtet, wird im Frühjahr mit kräftigen, gesunden Pflanzen belohnt.

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Bereits als Kind hat Tobias Hertzog den Garten und die Natur geliebt. Mit seinem Fachwissen über Pflanzen und seinen kreativen Ideen zur Gartengestaltung bereichert er das Team immer wieder. Außerdem, begeistert er sich, genau wie Ferdinand Zankl, für alles rund um Chili und ist regelmäßig bei allerlei Tastings auf dessen YouTube-Kanal zu sehen.

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