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10 hohe Stauden und ähnliche Gartenpflanzen im Vergleich

Veröffentlicht am 8 März, 2023

Hohe Pflanzen bringen Struktur in den Garten und können im Beet, in Einzelstellung oder als Sichtschutz Akzente setzen. Wir stellen zehn häufig als hohe Stauden gesuchte Gartenpflanzen vor und ordnen sie botanisch ein. Königskerze und Arznei-Engelwurz sind meist zweijährig, Lavendel ist ein Halbstrauch und der Fingerstrauch ein Gehölz. Riesen-Bärenklau ist ausdrücklich keine Gartenempfehlung.

10 hohe Stauden und ähnliche Gartenpflanzen: botanisch eingeordnet

  1. Königskerze (Verbascum) – meist zweijährig
  2. Silberkerze (Actaea, früher Cimicifuga) – Staude
  3. Lavendel (Lavandula) – Halbstrauch
  4. Wasserdost (Eupatorium) – Staude
  5. Goldmelisse (Monarda didyma) – Staude
  6. Prachtkerze (Oenothera lindheimeri) – kurzlebige Staude
  7. Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica) – zweijährig
  8. Wiesenraute (Thalictrum delavayi) – Staude
  9. Fingerstrauch (Potentilla fruticosa) – Gehölz
  10. Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) – invasive Unionslistenart, nicht pflanzen

1. Königskerze (Verbascum)

Königskerze (Verbascum)
Victoria Tucholka

Viele Königskerzen sind zweijährige oder kurzlebige krautige Pflanzen. Die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus) ist zweijährig und damit keine dauerhaft austreibende Staude. Im Garten kann sie sich an geeigneten Standorten selbst aussäen.

Zwischen Mai und August zeigen viele Königskerzen ihre fülligen Blütenstände. Sie können bis zu zwei Meter in die Höhe ragen. Charakteristisch ist häufig die gelbe Blüte; Gartenformen blühen auch rosa oder violett. Vollsonnige Plätze und durchlässige, eher magere Böden bieten passende Bedingungen.

2. Silberkerze (Actaea, früher Cimicifuga)

Silberkerze (Actaea)
Kristine Rad

Silberkerzen beeindrucken mit kerzen- oder traubenförmigen, hohen Blütenständen. Ihre weißen Blüten wirken im direkten Licht besonders hell; einige Sorten blühen rosafarben. Je nach Art und Sorte reicht die Blütezeit von Sommer bis Herbst.

Direkt neben die sonnenliebende Königskerze sollten Sie Silberkerzen nicht setzen: Sie bevorzugen halbschattige bis schattige Standorte und frische, humose Böden. Eine pauschale Heilwirkung lässt sich nicht auf alle Zier-Silberkerzen übertragen; dieser Gartenbeitrag gibt deshalb keine Anwendungsempfehlung.

3. Lavendel (Lavandula) – botanisch ein Halbstrauch

Blühender Lavendel (Lavandula)
Golden Shark 2

Lavendel ist botanisch ein verholzender Halbstrauch und keine echte Staude. Er eignet sich eher als niedrige, duftende Begleitpflanze und nicht als hohes Sichtschutzelement. Lavendel bevorzugt Sonne, Wärme sowie einen mageren und durchlässigen Boden. Die Winterhärte hängt von Art, Sorte und Standort ab; vor allem nass-kalte Böden und Winternässe sind problematisch.

4. Wasserdost (Eupatorium)

Wasserdost (Eupatorium)
Flower_Garden

Wasserdost bzw. Wasserhanf gehört zur Familie der Korbblütler. Die winterharte Staude eignet sich für Gärten mit frischen bis feuchten Böden. Natürliche Vorkommen liegen unter anderem in Feuchtgebieten und an Gewässerrändern. Wasserdost bevorzugt nährstoffreiche Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Die Insekten- und bienenfreundliche Staude lockt zwischen Juli und September Nützlinge in den eigenen Garten. In dieser Zeit bildet sie ihre rosafarbenen doldenförmigen Blüten heraus. Nicht nur die Pflanze ist mit einer Höhe von bis zu 130 Zentimetern groß gewachsen: Auch die Blüten erreichen eine Größe von rund zehn Zentimetern. 

5. Goldmelisse (Monarda didyma)

Goldmelisse (Monarda didyma)
Kaichankava Larysa

Die Goldmelisse, auch Indianernessel genannt, ist eine hohe Staude mit scharlachroten, in Quirlen angeordneten Blüten. Ungespritzte und eindeutig bestimmte Blüten von Monarda didyma werden auch zum Garnieren von Speisen verwendet. Verzehren Sie nur sicher bestimmte, für Lebensmittel geeignete Pflanzenteile.

Die Stauden erreichen eine Höhe von bis zu 150 Zentimetern und benötigen ausreichend Wasserzugaben, um optimal gedeihen zu können. Frische Bodenverhältnisse sind stets sicherzustellen. Die winterharte Goldmelisse bevorzugt zudem sonnige bis halbschattige Standorte. Als Winterschutz genügt eine kleine Schicht Reisig über der Erde. 

6. Prachtkerze (Oenothera lindheimeri, Synonym Gaura lindheimeri)

Prachtkerze (Oenothera lindheimeri)
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Die Prachtkerze ist eine locker wachsende, kurzlebige Staude für Beete und sonnige Freiflächen. Sie benötigt einen vollsonnigen Platz sowie einen trockenen und durchlässigen Boden; auf schweren oder nassen Böden hat sie Probleme. Zwischen Juni und Oktober erscheinen je nach Sorte weiße bis rosafarbene Blüten.

Die Prachtkerze überwintert nicht in allen Regionen Deutschlands zuverlässig und eignet sich vor allem für wintermilde Standorte. Eine luftige Reisigabdeckung kann den Wurzelbereich schützen; Hornspäne sind Dünger und kein Frostschutz.

7. Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica)

Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica)
Snezana Vasiljevic

Die Arznei-Engelwurz bzw. Echte Engelwurz zählt zu den Doldenblütlern. Sie ist eine zweijährige krautige Pflanze und keine dauerhaft austreibende Staude. An feuchten, nährstoffreichen Standorten kann sie bis zu drei Meter hoch werden. Im zweiten Jahr bildet sie große, grünlich-weiße Blütendolden und stirbt nach der Samenreife gewöhnlich ab. Wer Selbstaussaat vermeiden möchte, entfernt die Samenstände vor der Reife.

8. Wiesenraute (Thalictrum delavayi)

Wiesenraute (Thalictrum delavayi)
Phil Friar

Die Wiesenraute erreicht eine Höhe von bis zu 180 Zentimetern und bevorzugt halbschattige Plätze im Garten. Einsatz findet sie als Gehölzrand oder als Auflockerung von dicht bewachsenen Stellen im Garten. Umgeben von Bäumen gedeiht sie dementsprechend optimal.

Achten Sie jedoch darauf, dass die Bäume der Wiesenraute nicht das gesamte Sonnenlicht stehlen. Frostempfindlich ist die Wiesenraute nur bedingt. In sehr kalten Wintern bietet sich ein zusätzlicher Frostschutz an. In den warmen Monaten zwischen Juli und September bilden sich die schönen Blüten der Pflanze heraus. Sie leuchten hellviolett und wachsen rispenförmig.

9. Fingerstrauch (Potentilla fruticosa) – Gehölz, keine Staude

Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
Repli-Kate

Der Fingerstrauch ist ein winterhartes Kleingehölz und keine Staude. Mit seinem verzweigten Wuchs kann er Staudenbeete strukturieren oder als niedrige Blütenhecke dienen. Je nach Sorte erreicht er ungefähr 50 bis 150 Zentimeter Höhe. Auch in ausreichend großen Kübeln kann er auf Balkon oder Terrasse Struktur und begrenzten Sichtschutz bieten.

Die schalenförmigen gelben Blüten wachsen hingegen unauffällig und wirken wie Farbtupfer inmitten des grünen Geästs. Sie zeigen sich zwischen Juni und Oktober. An sonnigen bis halbschattigen Standorten können Sie den Flachwurzler problemlos kultivieren. Winterhart ist der Strauch obendrein. 

10. Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum): nicht pflanzen

Blühender Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
grisdee

Riesen-Bärenklau gehört nicht in den Garten. Heracleum mantegazzianum steht auf der EU-Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten. Die Art darf nach Artikel 7 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 grundsätzlich nicht absichtlich gehalten, gezüchtet, befördert, in Verkehr gebracht, verwendet, getauscht, vermehrt oder freigesetzt werden. Alle Pflanzenteile enthalten Furocumarine; zusammen mit UV-Strahlung können sie Hautverbrennungen verursachen und die Atemwege beeinträchtigen. Berühren Sie die Pflanze nicht ungeschützt, halten Sie Kinder und Tiere fern und klären Sie das weitere Vorgehen mit der zuständigen kommunalen Stelle. Samenhaltiges Material gehört nicht auf den eigenen Kompost.

Fazit

Echte hohe Stauden wie Silberkerze, Wasserdost, Goldmelisse, Prachtkerze und Wiesenraute schaffen Höhe und Struktur im Beet. Zweijährige Pflanzen, Halbsträucher und Gehölze können die Gestaltung ergänzen, sollten aber botanisch korrekt eingeordnet werden. Riesen-Bärenklau ist weder Ergänzung noch Gestaltungspflanze, sondern eine invasive Unionslistenart.

FAQ

Welche hohen Stauden gibt es?

Zu den hier behandelten echten Stauden gehören Silberkerze, Wasserdost, Goldmelisse, Prachtkerze und Wiesenraute. Königskerze und Arznei-Engelwurz sind meist zweijährig, Lavendel ist ein Halbstrauch und der Fingerstrauch ein Gehölz. Riesen-Bärenklau ist eine invasive Unionslistenart und keine Gartenempfehlung.

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Bereits als Kind hat Tobias Hertzog den Garten und die Natur geliebt. Mit seinem Fachwissen über Pflanzen und seinen kreativen Ideen zur Gartengestaltung bereichert er das Team immer wieder. Außerdem, begeistert er sich, genau wie Ferdinand Zankl, für alles rund um Chili und ist regelmäßig bei allerlei Tastings auf dessen YouTube-Kanal zu sehen.

1 Kommentar

  1. Heiri

    Heracleum ist höchst problematisch. In der Schweiz schon seit Jahren verboten zu pflanzen und kultivieren.
    Er ist ein Neophyth höchtengrades!!!!

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